10 Neujahrsbräuche Japans an Omisoka und Oshogatsu

titelbild_omisoka_20161221

Der 31.Dezember ist in Japan als Omisoka bekannt – ein Tag, der im Zeichen des Übergangs steht: Von Glockenläuten über leckeres Essen bis zu Gesang gibt es viele Traditionen und Zeremonien, die mit dem japanisches Silvester in Verbindung stehen.

Es sind die letzten Minuten des verstreichenden Jahres. Alle Häuser sind geputzt, zahlreiche Menschen besuchen mit vollen Mägen Tempel und Glocken werden zu Mitternacht geschlagen. So klingt Omisoka, das Silvester in Japan – ohne Knall und ohne Blitzen: Ganz ohne Feuerwerk wird der Jahresübergang viel eher besinnlich und bedächtig zelebriert. Wesentlicher Bestandteil sind die kulinarischen Genüsse, um sich auf Oshogatsu – den Neujahrstag – einzustimmen.

Doch zumindest eine Verhaltensweise ist auch uns Europäern nicht unbekannt: Das Zählen des Countdowns! Ob am Tokyoter Skytree oder im verschlafenen Onsen: Die letzten 10 Sekunden zählt jeder mit.

Was dich hier erwartet:

  1. Susuharai – der große Hausputz zu Omisoka
  2. Kadomatsu – Sträuße für die Ahnen
  3. Kagami Mochi – zweimal Mochi und eine Bitterorange
  4. Nengajo – Postkarten mit Neujahrswünschen zu Oshogatsu
  5. Toshi no yu – das letzte Bad des Jahres
  6. Joya no kane – Glockenläuten in buddhistischen Tempeln
  7. Hatsumode – der frühe Gang zum Schrein oder Tempel
  8. Otoshidama – Geldgeschenke für Kinder
  9. Kohaku uta gassen – Musik und Gesang
  10. Leckere Gerichte für einen guten Start ins Jahr
omisoka-ist-ein-geselliger-abend-mit-freunden-und-familie
Omisoka und Oshogatsu sind perfekte Anlässe für den Kauf von Glücksbringern. Quelle: akira kawamura

1. Susuharai – der große Hausputz zu Omisoka

Die ersten Vorbereitungen beginnen bereits Anfang Dezember mit dem großen Hausputz, auch als Susuharai bekannt. Traditionell wird am 13. Dezember damit begonnen, das Haus oder die Wohnung gründlich zu reinigen, denn mit den ersten Wochen des kommenden Jahres – der Shogatsu Periode –  kommen auch die Toshigami (Geister der Vorfahren) und Neujahrsgötter in die Familien. Spätestens bis zum 31. Dezember muss alles geputzt und die Wohnung gründlich aufgeräumt worden sein, denn zusammen mit den weiteren Bräuchen gilt das Neujahrsfest der Ehrung der Gottheiten und Ahnen.

Zu den Traditionen der Vorfahren-Ehrung gehört auch, die Nacht des Omisoka wach zu bleiben, um die Ahnen bei Sonnenaufgang, dem Zeitpunkt ihrer Ankunft, gebührend in Empfang zu nehmen. Gerne suchen sich Japaner dazu einen schönen Platz aus, um einen tollen Blick auf die aufgehende Sonne am Neujahrsmorgen zu haben: Zum Beispiel dem Fuji, wo die Sonne als erstes in ganz Japan zu erblicken ist.

2. Kadomatsu – Sträuße für die Ahnen

Gleichzeitig werden in jedem Haushalt spezielle Dekorationen vorbereitet und aufgestellt. Dazu gehören die Kadomatsu, die paarweise vor den Häusern platziert werden, um die Ahnengeister und Kami zu begrüßen. Kadomatsu bestehen üblicherweise aus Kiefern-, Bambus- und manchmal auch Ume-Baum-Zweigen, die für Langlebigkeit, Wohlstand und Standhaftigkeit stehen. Mitte Januar werden die Kadomatsu verbrannt, um die Geister, die sich in den Gestecken für die Dauer ihres Besuchs niederließen, zu besänftigen und freizulassen.

kadomatsu-werden-paarweise-am-hauseingang-aufgestellt
Kadomatsu werden paarweise am Hauseingang aufgestellt. Quelle: DozoDomo

3. Kagami Mochi – zweimal Mochi und eine Bitterorange

Kagami Mochi ist in Grunde eine essbare Dekoration für japanische Haushalte, der heute meist am Shinto-Altar des Hauses oder der Wohnung platziert wird. Sie besteht traditionell aus  zwei runden Mochi (süße Reiskuchen), auf die eine Daidai mit genau einem grüßen Blatt gesetzt wird. Als Daidai wird die japanische Bitterorange bezeichnet.

Das Fundament bildet oft ein Sockel Sanpo und ein trennendes und speziell gefaltetes Blatt mit dem Namen Shihobeni, das in seiner Bedeutung das Haus vor Feuerausbrüche im kommenden Jahr schütze soll. Darauf werden ein größerer und ein kleinerer Mochi übereinander gestapelt platziert: Sie symbolisieren jeweils das vergehende und kommende Jahr. Die oben thronende Bitterorange  Daidai bedeutet wörtlich auch Generation: Sie versinnbildlicht den Wunsch, dass die Familie von Generation zu Generation fortbesteht.

Ganz nebenbei sind Daidai auch oft im weiter unten beschriebenen Osechi Ryori – den Zusammenstellungen verschiedener Leckereien – als kleines Häppchen enthalten.

Traditionell werden Kagami Mochi, die auch als Spiegle bezeichnet werden, im Zuge eines schintoistischen Rituals am zweiten Samstag oder Sonntag des Jahres „geöffnet“ – also aufgegessen.

kagami-mochi-sind-als-dekoration-zum-neuen-jahr-nicht-wegzudenken
Kagami Mochi sind als Dekoration zum Neuen Jahr nicht wegzudenken. Quelle: zaimoku_woodpile

4. Nengajo – Postkarten mit Neujahrswünschen zu Oshogatsu

Eine weitere wichtige Tradition ist das Versenden von Postkarten Nengajo anlässlich des kommenden Neuen Jahres an Freunde und Verwandte. Diese Zeit gilt auf allen Postämtern als die arbeitsintensivste des ganzen Jahres, denn im Idealfall sollen alle Karten genau am 1. Januar ihre Empfänger erreichen. Ein gern verwendetes Motiv ist zu diesem Zweck die Darstellung des entsprechenden Tierkreiszeichens des kommenden Jahres.

nengajo-sollten-um-die-weihnachtsfeiertage-herum-verschickt-werden-damit-sie-puenktlich-ankommen
Nengajo sollten um die Weihnachtsfeiertage herum verschickt werden, damit sie pünktlich ankommen. Quelle: iMorpheus

5. Toshi no yu – das letzte Bad des Jahres

Der große Hausputz Susuharai endet mit der Reinigung des eigenen Körpers Toshi no yu. Genau am Abend des 31. Dezembers wird das letzte Bad des Jahres genommen. Auch im restlichen Jahr wird in Japan die eigentlich gewöhnliche Angewohnheit, ein Bad – zum Beispiel im Onsen – zu nehmen beziehungsweise den Körper zu waschen, beinahe meditativ zelebriert. Es ist eine wichtige Tradition in den letzten Stunden des alten Jahres, denn damit wird symbolisch der Schmutz der letzten zwölf Monate weggewaschen und ein neues, reines Jahr kann beginnen.

im-onsen-kann-das-letzte-bad-des-jahres-toshi-no-yu-genossen-werden
Im Onsen kann das letzte Bad des Jahres Toshi no yu genossen werden. Quelle: Japanexperterna

6. Joya no kane – Glockenläuten in buddhistischen Tempeln

Die letzten Momente des 31. Dezember sind vom Läuten oder eher Schlagen der Glocken erfüllt, dem Joya no kane. In buddhistischen Tempeln werden in einem Ritual, das 108 Schläge beinhaltet, große kreisförmige Glocken geschlagen. Dieses Vorgehen setzt die Reinigung von den 108 weltlichen Gelüsten wörtlich um: Jeder Mensch hat diese 108 weltlichen Begierden inne, von denen Sehnsucht, Wut und Hass die drei größten sind. Mit der Zeremonie werden die Menschen von diesen Gelüsten gereinigt und geläutert. Der letzte Schlag wird genau zum Neuen Jahr ausgeführt, mit dem Wunsch, dass alle, die der Zeremonie beigewohnt haben, von diesen Plagen im kommenden Jahr befreit sein sollen.

An den großen Tempeln herrscht zu Joya no kane großer Andrang, wie auch das folgende Video zeigt:

7. Hatsumode – der frühe Gang zum Schrein oder Tempel

Auch ist es üblich, am Morgen des Neujahrstags einen Schrein oder Tempel zu besuchen: dem Hatsumode, also den ersten Besuch des Jahres zu begehen. Große Besucherströme ziehen dann zu den großen und bekannten Schreinen und Tempel. Diese verzeichnen bereits in den ersten drei Tagen so viele Besucher, dass spezielle Shuttleservices eingerichtet werden.

schon-in-aller-fruehe-wird-in-richtung-schrein-anlaesslich-des-hatsumode-aufgebrochen
Schon in aller Frühe wird in Richtung Schrein anlässlich des Hatsumode aufgebrochen. Quelle: yamarena

8. Otoshidama – Geldgeschenke für Kinder

Über den Brauch Otoshidama freuen sich besonders Kinder, denn anlässlich von Omisoka werden zu Neujahr Geldgeschenke an Kinder gegeben. In kleinen, bunt dekorierten Umschlägen, den Pochibukuro, wird es überreicht. In früherer Zeit wurden ausschließlich Mochi oder Mandarinen von den reicheren Familien an Kinder verteilt, heute sind es Geldbeträge um 10.000 Yen (etwa 80 Euro).

die-tradition-der-kleinen-geldgeschenke-otoshidama-ist-sehr-beliebt-in-japan
Die Tradition der kleinen Geldgeschenke Otoshidama ist sehr beliebt in Japan. Quelle: Toshimasa Ishibashi

9. Kohaku uta gassen – Musik und Gesang

Eine weitere und nicht wenig beliebte Möglichkeit, das Neujahrsfest zu begehen, ist die Fernsehsendung Kohaku uta gassen: Ein Gesangswettbewerb auf NHK, der seit 1951 jedes Jahr ausgestrahlt wird. Teams treten gesanglich gegeneinander an und wetteifern um die Stimmen der Zuschauer und Juroren.

Den Abend der weniger begeisterten Pop-Anhänger bestimmt die Neunte Symphonie von Beethoven, die in Japan mit dem Ende des Jahres assoziiert wird. Seit 1940 vertont ein Orchester jedes Jahr das Stück, was landesweit ausgestrahlt wird.

10. Leckere Gerichte für einen guten Start ins Jahr

Oshogatsu ist im gesamten Jahresverlauf das wichtigste und am größten gefeierte Fest in Japan. Mit dem Übergang zum 1. Januar als Neujahrstag muss alles stimmen – Riten sind abzuhalten und das richtige Essen muss aufgetragen werden. Die symbolträchtigen Speisen stehen für ganz unterschiedliche Wünsche: Respekt der Natur gegenüber oder weltliche Bedürfnisse wie Gesundheit und ein langes Leben sind nur einige Beispiele dafür.

omisoka-ist-ein-geselliger-abend-mit-freunden-und-familie
Omisoka ist ein geselliger Abend mit Freunden und Familie. Quelle: Kotaro Kokubo

Vier traditionelle und oft gegessene Gerichte, die gut vorzubereiten sind oder zumindest wenig Aufwand erfordern, sind:

Toshikoshi Soba – Buchweizennudeln für ein langes Leben

Die Freude auf das kommende Jahr steigt und ein Rückblick auf die vergangenen Monate ist gerade jetzt angebracht – die Silvesternacht beziehungsweise Omisoka ist angebrochen. Die Jahresgrenze wird buchstäblich überquert: Und genau hier kommen Toshikoshi Soba ins Spiel, denn wörtlich übersetzt toshi-koshi so viel wie jahresüberquerend.

Zurück geht diese Tradition auf die Edo-Periode (1603-1867), in der nicht wenige Theorien davon ausgingen, dass Soba Nudeln dem Esser ein langes Leben versprechen. Zum Beispiel überlebt die Buchweizenpflanzen (die ebenso wie die Nudeln Soba heißt) die schlimmsten Wetterkapriolen: Sie ist stark und im Überlebenskampf unnachgiebig.

Doch auch neben der mehr oder weniger spirituellen Bedeutung ist es auch nicht unbedingt unpraktisch, am mit Ritualen und Zeremonien vollgepackten Omisoka-Abend eine so einfach zu kochende Mahlzeit wie Toshikoshi Soba zu servieren!

Was gehört in eine ordentliche Portion Toshikoshi Soba? – Gute Frage!  Es gibt kein gemeinsames Rezept, welches alle Regionen Japans vereinen könnte. Wesentlich ist nur, dass es Soba in einer heißen Suppe (zum Beispiel aus Dashi, Mirin und Sojasoße) gibt. Hinzu kommen die unterschiedlichsten weiteren Zutaten – denkbar sind: Gemüse, Tempura, Nori-Streifen, Frühlingszwiebeln (Negi), Kamaboko oder Eier.

Aber Achtung: Wer die Soba nicht aufisst, der sollte sich im kommenden Jahr in Acht nehmen!

toshikoshi-soba-fuer-ein-langes-leben
Toshikoshi Soba für ein langes Leben. Quelle: Megg

Osechi Ryori – Variation aus köstlichen Häppchen

Osechi Ryori – oder kurz Osechi – umfasst als Sammelbegriff genau die traditionellen japanischen Neujahrsgerichte, die als kleine Häppchen in einer großen, unterteilbaren Jubako (eine Art Bento-Box) am Neujahrstag serviert werden. Mit Beginn des Dezembers gibt es diese in jedem Supermarkt in Japan zu kaufen, doch zumeist sie sind sehr teuer und schnell ausverkauft.

Zurück geht diese Tradition auf die Jahre der Heian-Periode (794 – 1185), wobei es zu dieser Zeit an den ersten drei Tagen des Jahres untersagt war, einen Herd zu benutzen: So konnten keine Gerichte im eigentliche Sinne gekocht werden – die Ozoni-Suppe bildetet die einzige Ausnahme, doch dazu weiter unten mehr.

Durch diese Restriktion wurde das Neujahrsessen bereits im alten Jahr vorbereitet und erst im kommenden von der Familie gegessen. Damals beinhalteten Osechi ausschließlich gekochtes Gemüse (Nimono), das mit Sojasoße oder Mirin gewürzt wurde. Heute ist die Auswahl um ein Vielfaches größer, sogar einige Gerichte aus dem Ausland hielten mit der Zeit Einzug.

osechi-ryori-wird-aufwendig-zubereitet-und-kommt-am-neujahrstag-auf-den-tisch
Osechi Ryori wird aufwendig zubereitet und kommt am Neujahrstag auf den Tisch. Quelle: rok1966

Typische Speisen, die in Osechi Ryori enthalten sind und eine ganz spezielle Bedeutung im Sinne des Jahreswechsels haben, sind:

Kuromame, Kazunoko und Tazukuri – Früchte der Erde , des Meeres und dazwischen

Alle Speisen zum Oshogatsu, dem Neujahrsfest, stehen im Zeichen der Dankbarkeit für die Geschenke der Natur, die für das Überleben der Menschen sorgen. Auf die ausgleichende Verbindung zwischen den Früchten des Bodens und des Meeres wird besonderes Augenmerk gelegt. Das beste Beispiel dafür ist im Zusammenspiel dreier wesentlicher Speisen im Osechi Ryori zu erkennen: Kuromame (süße schwarze Sojabohnen) von den Feldern, Kazunoko (Heringsrogen) aus dem Meer und Tazukuri (getrocknete Sardinen in Sojasoße) als ans Land angespülte Gabe.

Kuromame, also die schwarzen Bohnen, werden in süßem Sirup gekocht und erhalten so ihren Glanz. Der zweite Wortteil –mame klingt wie ein verwandtes japanisches Wort, dass für harte Arbeit steht: Daher symbolisieren Kuromame den Wunsch nach Gesundheit, um gute Arbeit im kommenden Jahr zu leisten.

Kazunoko steht für den Segen eines kindereichen Haushaltes. Ein Paar mir Kinderwunsch wird diese Köstlichkeit verschlingen: Das Kanji für Kazunoko kann auch als „zahlreiche Kinder“ gelesen werden.

Für Tazukuri werden getrocknete Sardinen, die nicht größer als drei Zentimeter sind, in Sojasoße kandiert. Sie versinnbildlichen eine reiche Ernte im nächsten Jahr. So wurde der Fisch in früheren Jahren auch als natürlicher Dünge für den Reisanbau genutzt, wodurch seine Bedeutung für eine große Ernte auch praxisbezogen deutlich wird.

kuromame-kazunoko-und-tazukuri
Kuromame, Kazunoko und Tazukuri. Quellen: Malicamera, sakaki0214, Jun Seita

Datemaki – Rolle aus süßem Omelett

Auf Grundlage von süßem, zusammengerolltem Omelett und Fischpaste (oder pürierten Garnelen) wird Datemaki zubereitet. Als wesentlicher Teil eines jeden Osechi symbolisiert es den Neujahrswunsch, viele glückliche und erfolgreiche Tage im kommenden Jahr genießen zu dürfen.

Kamaboko – Zeichen der aufgehenden Sonne

Kamaboko ist fein püriertes und zu halbzylindrischen Stangen gepresstes Fischfleisch (meist Alaska-Seelachs) und wird schon seit dem 14. Jahrhundert hergestellt wird. Anlässlich des Omisoka wird Kamaboko mit einem roten Rand gegessen serviert: Durch die Form eines Halbkreises und das eingängige Muster wird Kamaboko als Symbol für die aufgehende Sonne verstanden.

kamaboko-und-datemaki-als-wesentliche-teile-des-osechi-ryori
Kamaboko und Datemaki als wesentliche Teile des Osechi Ryori. Quelle: David Z.

Ozoni – Neujahrssuppe mit Mochi

Die traditionellen Speisen zum Neujahr werden in Japan bereits zum Frühstück am Morgen des 1. Januar gegessen. Zu dieser Kost gehört neben Osechi Ryori ein kräftiger Schluck Toso, einem gewürzten Sake. Doch zu den beliebtesten Speisen gehört als Vorreiter die Neujahrssuppe Ozoni, die zusammen mit Mochi und weiteren Zutaten serviert wird.

Die Zubereitung der Suppe unterscheidet sich stark innerhalb der Regionen: So wird in den östlichen Landesteilen (Kanto Region) – allen voran Tokio – eine klare Suppe mit Dashi und Sojasoße gekocht, die auch Sumashi-jiru genannt wird. Im Westen, der Kansai Region mit Kyoto, eine Suppe auf Basis von Miso-Paste. Auch die Zutaten weichen jeweils ab. Im Osten Japans herrscht rechteckig geschnittener Mochi, der gegrillt wird, vor, im Westen hingegen eher runde, gekochte Reiskuchen.

Beliebte Beilagen für die schon zu Zeiten der Muromachi Periode (1336–1573) als Opfergabe an die Götter anlässlich des Jahreswechsels gekochte Ozoni sind vor allem Fleisch – wie Huhn, Fisch oder Fleischbällchen – und Gemüse – wie Komatsuna (Japanischer Senfspinat) oder Spinat. Hinzu kommen noch Zutaten wie Kamaboko, Mitsuba (Japanische Petersilie), Yuzu (Zitronensaft) und Shichimi (scharfe Gewürzmischung mit sieben Zutaten).

Eine weitere weniger bekannte, aber nicht weniger geschmackvolle ist die Ozoni-Variante der Shikoku Region. Dort werden süße Adzukibohnen zusammen mit weißer Miso-Paste gekocht und Mochi mit einer Füllung aus roter Bohnenpaste dazu gereicht.

Nanakusa-gayu – Reissuppe der sieben Geschmäcker

Nanakusa-gayu ist eine leichte Suppe auf Grundlage von Reis und sieben wesentlichen Gewürzen, die genau am siebten Tag des Januars – dem Jinjitsu, dem Tag der Menschheit – gegessen wird. Nach den reichhaltigen Feiertagen ist es Sitte in Japan sich an diesem Tag wieder zur leichten und bekömmlichen Kost zu wenden: Diese bringt Gesundheit und Langlebigkeit im anstehenden Jahr.

Die Suppe ist eine Art des Okayu – einem Reisbrei, der üblicherweise bei Krankheit oder Unwohlsein gegessen wird. Sie wird aus Reis und Wasser oder einer leichten Brühe hergestellt und im Falle von Nanakusa-gayu mit sieben Gewürzen versehen. Diese sieben Gewürze repräsentieren die sogenannten „sieben essbaren Kräuter des Frühlings“:

  1. Seri – Wasserfenchel
  2. Nazuna – Hirtentäschelkraut
  3. Gogyo – Filzkraut
  4. Hakobera – Vogelmiere
  5. Hotokenoza – Rainkohl
  6. Suzuna – Kohlrübe
  7. Suzushiro – Daikon Rettich

Das Gericht bringt Farbe auf den Tisch und wird in Japan schon mindestens seit der Heian-Zeit gekocht. Diese verwendeten Kräuter variieren je nach Region.

nanakusa-gayu-ist-eine-heilsame-suppe-nach-den-reichhaltigen-festtagen
Nanakusa-gayu ist eine heilsame Suppe nach den reichhaltigen Festtagen. Quelle: T Y

Eine wundervolle Zusammenstellung der Traditionen rund um das Neujahrsfest gibt das folgende Video. Es wird der typische Ablauf von Omisoka und Oshogatsu einer japanischen Familie gezeigt. Vielleicht sind ja auch ein paar neue Silvesterideen für deine Neujahrsnacht dabei!

Link zum Basiszutaten Kochset

* 1mal1japan.de ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top