Edamame – vom Tempel auf den Kneipentisch

Titelbild Edamame

Leuchtend grün sind sie – Edamame – leicht nussig im Geschmack und der richtige Snack zu einem kühlen japanischen Bier, dazu ein schöner Film. Das klingt doch verlockend, los geht’s!

Was dich hier erwartet:

Die Geheimnisse der Edamame

Die neongrüne Farbe des ultimativen japanischen Happens ist weder giftig, noch wird sie durch – was aber in Japan durchaus denkbar wäre – künstliche Farbzusätze hervorgerufen. Nein, die Erklärung ist ganz einfach. Edamame sind im Grunde Sojabohnen, die frisch und noch leicht unreif geerntet werden. Würden sie nur ein wenig später von ihrer Pflanze und der Schale getrennt, wären sie bereits typisch pastellfarben und leicht eingetrocknet. Sie würden als Grundzutat für Miso-Paste, Tofu oder Sojasauce weiterverarbeitet werden.

Im Osten Asiens kommt es häufig vor, dass die Sojabohnen-Pflanze entwurzelt und zu einem Bündel oder Strauß zusammengebunden wird. So werden sie verkauft und die Schoten zuhause von der Pflanze getrennt und zubereitet.

Sojabohnen Pflanze im Bündel

Quelle: Eva

Auch wenn in den westlichen Weltteilen Edamame vor allem in Restaurants, die sich körperliches Wohlbefinden und eine gesunde Lebensweise auf die Fahnen geschrieben haben, serviert werden, kommen die leckeren Sojabohnen in Japan vor allem in Kneipen (Izakaya) als kleiner und unkomplizierter Snack auf den Tisch.

Edamame und Sake im Izakaya

Quelle: Lloyd Morgan

Die Zubereitung ist, wie sooft in der Japanischen Küche, ganz simpel, doch dazu kommen wir später! Viel interessanter ist erst einmal die Geschichte der Bohnen, denn diese geht bis ins 7. Jahrhundert vor Christus zurück!

Die Chronik der Edamame

Heute gehören in Japan Edamame ganz selbstverständlich zu jedem guten Kneipenbesuch dazu. Vergleichbar ist der Snack mit einer Schale gesalzener Erdnüsse, die auch bei uns manchmal kostenlos am Bartresen zum Naschen bereit stehen.

Doch beim Wegknuspern der weichen Bohnen werden wahrscheinlich wenige an das chinesische Shijing, an das Buch der Lieder Chinas, aus der Zeit vor dem 7. Jahrhundert vor Christus denken. In dieser ältesten Sammlung chinesischer Gedichte, Lieder und Hymnen wird das erste Mal die Sojabohne (shu) als Pflanze erwähnt. Es wird davon gesprochen, dass die Sojabohne (huo), solange sie noch grün und frisch ist, unverarbeitet gegessen werden kann.

Der Brief des Nichiren Shonin

Viele Jahre vergingen, bis das Wort Edamame in Japan das erste Mal auftauchte. Ein Brief vom 26. Juli 1275 belegt schriftlich deren Bedeutung in Japan. Geschrieben wurde dieser Brief vom buddhistischen Mönch Nichiren Shonin, der zu seiner Zeit hohen geistlichen Einfluss auf Japan hatte.

Mönch Nichiren Shonin

Quelle: Chris Gladis

Aufgrund seiner Volksverbundenheit erhielt er viele Präsente und protokolierte diese sehr genau. Er notierte den Namen jedes Geschenks und dessen Wert. In einem Schreiben an Herrn Takahashi bedankt sich Nichiren dafür, dass dieser als Geschenk dem Tempel einige Edamame überlassen hat.

Damit ist wohl alles klar.

Nichiren Shonin ist bis heute eine bedeutende Persönlichkeit Japans. Er war ein Reformator, der die damals vorherrschenden buddhistischen Schulen und Ausrichtung des Staates kritisierte. Im Mittelpunkt seiner Lehren stehen die Tatsachen, dass nicht nur allen Menschen Buddha innewohnt, sondern auch eine Erleuchtung zu Lebzeiten möglich sei. Dieser gegensätzliche Ansatz zum weit verbreiteten Amida-Buddhismus, der den Fokus auf die Wiedergeburt legt, stieß nicht gerade auf Gegenliebe und brachte ihm schließlich die Verbannung.

Seine Hinrichtung, die damals als angemessene Strafe für seine Widerwilligkeit angesetzt wurde, wurde der Legende nach durch das Auftauchen eines Kometen verhindert. Durch den Anblick des Himmelskörpers lies der Scharfrichter vor Schreck das Schwert fallen und die anwesenden Soldaten suchten allesamt das Weite.

Offiziell hat Nichiren nie eine eigene Schule gründete. Trotzdem sehen ihn heute fast 40 verschiedene Schulen, Organisationen und Gruppierungen in Japan als ihren Gründer an.

Edamame gehen auf Weltreise

Weitere 691 Jahre vergehen, bevor Edamame über die Grenzen der Japanischen Inseln hinweg wirklich bekannt und beleibt werden. 1966 importiert Herr Noritoshi Kanai, Präsident der Mutual Trading Corporation das erste Mal gefrorene Edamame aus Japan in die USA, Kalifornien.

Edamame gefroren

Quelle: Anne White

Unter der Marke Miyako Brand vertreibt er erfolgreich die 30 importierten Pakete je 300 Gramm an lokale japanische Restaurants, das sind gerade mal neun Kilogramm. Erst 1970 erreichte eine neue Lieferung Edamame Herrn Kanai. Da waren es immerhin schon 70 Pakete!

Als im September 1980 die romanbasierte Fernsehserien Shogun in Kalifornien ausgestrahlt wird, wurde das Interesse an der Japanischen Kultur immer größer. Mit dem Ausbruch des Sushi-Booms, konnten auch noch andere kulinarische Köstlichkeiten aus Japan Fuß fassen.

Japanisches Bier und Sake fanden reißenden Absatz in den Kneipen und Restaurants. Aber ganz traditionell wurden diese immer zusammen mit Edamame serviert, kostenlos natürlich. So wurde sie sehr schnell sehr beliebt, denn bei Edamame tritt der gleiche Effekt ein wie bei Kartoffelchips: Man bekommt nie genug!

Edamame geschält in Schale

Quelle: Nina Helmer

Edamame – klein, oval und voller Nährstoffe

Ob schon Herr Takahashi, der dem Tempel des Mönches Nichiren Shonin im Jahre 1275 Edamame schenke, wusste, dass die grünen Bohnen in Zukunft als Superfood bezeichnet werden würden? Wahrscheinlich nicht, er wüsste sicher nicht mal was das ist. Aber die Menschen Japans wissen schon lange, was gut für Körper und Geist ist – oder haben zumindest eine gute Intuition was das angeht.

Edamame gesalzen in Schale

Quelle: kyle tsui

100 Gramm Edamame enthalten gerade mal 125 Kalorien. Die gleiche Menge Kartoffelchips oder Erdnüsse haben zum Vergleich mehr als 500 Kalorien. Besonders bei Veganern und Sportlern sind Edamame beliebt.

Die Bohnen enthalten viel Eisen, Kalzium, gute Proteine und Ballaststoffe. Sie halten dich wirlich lange satt und den Blutzuckerspiegel stabil. Mit dem Ziel, ein paar Kilo abzunehmen, sind sie ideal für einen gemütlichen Fernsehabend!

Die ovalen Bohnen haben in Japan zwar nur von Juni bis September Saison, aber als Tiefkühlprodukt sind sie bei uns in Deutschland im Asiamarkt ganzjährig verfügbar. Für 400 Gramm gefrorene Edamame musst du ungefähr 2,55 Euro einrechnen.

So kommen Edamame traditionell auf den Tisch: Der kleine Snack zum Bier

Die haarigen, länglichen Schoten bergen zart-nussige Bohnen, die auf vielerlei Weise zubereitet werden können. Du kannst sie zu leckerem, quitschegrünem Püree verarbeiten oder einen Edamame-Eintopf kochen. Auch als exotisches Topping im Salat sind sie ein Genuss.

Doch auf diese Ideen würde ein Japaner wahrscheinlich gar nicht kommen, denn eigentlich gibt es nur eine Art Edamame zu essen: Suche dir ein gemütliches Plätzchen und stelle dir ein kühles Getränk bereit. Dann fehlt nur noch ein leckerer Snack – genau, leicht gesalzene Edamame.

Der Platz ist ausgesucht, das Getränk im Kühlschrank. Dann geht’s ans Zubereiten der Bohnen. Denn mit einem „SchnellmaleineTüteaufreißen“ wie bei Kartoffelchips ist es hier nicht getan. Aber keine Sorge, es gibt sicher kein einfacheres Rezept auf der Welt als Edamame zu kochen!

Rezept: Gesalzene Edamame

Du brauchst nur die Schoten und zwei weitere Zutaten für den perfekten Snack, die du sicher im Haus hast: Wasser und Salz.

Edamame mit Salz

Edamame mit Salz
Stimmen: 8
Bewertung: 3.5
Sie:
Bitte bewerte das Rezept!
Im Menü :
Beilage
Ideal zum :
Feiern
Kochzeit :
5Minuten
Kalorien p.P. :
120kcal
Portionen :
2Portionen

– Zutaten –

  • 200gEdamamegefroren
  • 500mlWasser
  • 2TLSalz

– Zubereitung –

  1. Zu Beginn die Zutaten für die gesalzenen Edamame prüfen.
    edamame-mit-salz-zutaten
  2. In einem Topf das Wasser zum Kochen bringen. Einen Teelöffel Salz und - sobald das Wasser sprudelnd kocht - auch die Edamame (mit Schale!) in den Topf geben. Die Schoten mindestens 5 Minuten (aber auch nicht viel länger) kochen lassen.
    edamame-mit-salz-schritt-2-bohnen-kochen
  3. Dann das Wasser inklusive der Bohnen durch ein Sieb abgießen. Die haarigen Schotenschalen sollten jetzt eine leichte Salzkruste aufweisen. Falls der Salzgehalt nicht ausreicht, den zweiten Teelöffel Salz auf die Edamame geben und das Sieb ein paar Mal schwenken. Die Bohnen in eine Schale füllen*. Fertig - Itadakimasu!
    edamame-mit-salz-schritt-3-servieren

– Rezepthinweise –

*Edamame essen: Vergiss zum Servieren nicht einen zusätzlichen Teller. Denn jetzt fängt der Spaß erst an: Nimm dir eine Edamame-Schote und ab in den Mund damit, aber halte sie an der Seite mit dem Stängelchen fest. Dann leicht drücken und, schwupp, schon fliegen dir einige zarte Bohnen zwischen die Zähne. Zubeißen und genießen – lecker! Die Schale ist ungenießbar: Deswegen der zusätzliche Teller.

Rezept in neuem Fenster öffnen:
Rezept drucken

Link zum Basiszutaten Kochset

* 1mal1japan.de ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann. Für dich verändert sich der Preis nicht.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top