Taiyaki – süße Fischwaffeln

Titelbild-Taiyaki

In der näheren Umgebung meiner Tokioter Unterkunft gab es alles: Lokale, die zum Beispiel Gyudon, Curry und Udon anboten, mehrere Kombini und Book-offs und einen tollen, von einem älteren Ehepaar geführten Laden mit tausend-und-einem handgemachten Taiyaki. Diese kleinen, mit süßen Pasten gefüllten Waffeln in Fischform waren unvergleichlich lecker – meiner Meinung nach sind sie die beste Erfindung gleich nach Gyudon!

Bei Taiyaki handelt es sich um ein süßes Gebäck, das am besten ganz frisch gebacken und noch warm gegessen wird. Die kleinen Stände und Buden, die die Waffeln in Fischform anbieten, sind an ihren auffälligen Fahnen im Straßenbild Japans erkennbar. Besonders im Winter sind Taiyaki sehr beliebt und könnten auch in deiner heimischen Küche beim Zubereiten einen wohliger Duft verbreiten! Mit dem Rezept weiter unten im Beitrag geht dabei auch nichts daneben.

Doch so lecker die leichten Waffeln auch sind, drängt sich eine Frage schnell auf! – Warum werden Taiyaki ausgerechnet in Form eines Fisches gebacken?

Was dich hier erwartet:

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Quelle: Yamanaka Tamaki

Wie die Waffel zur Fischgestalt kam

Einen Hinweis auf die Entstehung geben die aufgestellten Fahnen oder Leuchtreklamen, die direkt an den Lokalen und Imbissen befestigt sind. Dort sind zumeist zweierlei Symbole abgebildet: Entweder ist ein großer Fisch oder doch ein rundgesichtiger Mönch schon von Weitem darauf erkennbar. Die Kombination beider Elemente geben die Eckpunkte der Geschichte der Taiyaki. Besser gesagt ist es wohl eher eine Aneinanderreihung von Vermutungen, die sich zu einer Entstehungsgeschichte zusammenfügen. Historisch belegbar ist nur wenig davon.

Taiyaki besteht aus zwei Wortteilen: Aus „Tai“ und „Yaki“. Der zweite Teil ist leicht zu erklären, denn ebenso wie bei Okonomiyaki, Dorayaki und Teppanyaki beschriebt „Yaki“ die Zubereitungsmethode. Hierbei handelt es sich um Braten oder Grillen. Da Taiyaki in einer feuerfesten Form von beiden Seiten über offenem Feuer gebraten beziehungsweise ausgebacken wird, ist der Zusammenhang ganz klar. Beim Wortteil „Tai“ wird die Erklärung etwas umfangreicher.

Von Mönchen und Meerbrassen

Das Rezept für die luftigen Waffeln mit den verschiedenen Füllungen stammt ursprünglich von einem anderen Gebäck ab – dem Imagawayaki. Der Teig für Imagawayaki wurde aller Wahrscheinlichkeit nach von buddhistischen Mönchen ersonnen als vegetarisches Gericht zu Zeiten des Verzehrverbots von Fleisch und Fisch. Die Wurzeln der Imagawayaki gehen nachweislich circa 200 Jahre zurück in die Edo Periode nach Kanda, ein Bezirk in Tokio. Dort wurden sie zum ersten Mal in einem kleinen Geschäft für Süßigkeiten in der Nähe der Imagawabashi-Brücke verkauft. Sie sind ganz im Gegensatz zu Taiyaki rund – na ja, und das ist auch schon der einzige Unterschied.

Etwa 100 Jahre danach, während der Meji Periode (1868 – 1912), entwickelte der in Osaka geborene Seijiro Kanbei das Gebäck ein wenig weiter und hauchte ihm mit verschiedenen Formen Leben ein. Zuerst hatte er in seinem Tokioter Geschäft Imagawayaki in Form von Schildkröten im Angebot – mit mäßigem Erfolg. Doch die Fischform versprach sein Durchbruch zu werden!

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Quelle: Vincent Diamante

Allerdings war es nicht irgendein Fisch, es war der Tai – auch als Meerbrasse bekannt. Tai als Fisch ist nicht nur für sein unvergleichliches Aroma bekannt, sondern wird in Japan auch mit Glück und Wohlstand in Verbindung gebracht. Schon immer war es ein sehr teurer Fisch und wurde daher nur zu besonderen Anlässe serviert.

Die begeisterten Kunden von Seijiro Kanbei liebten die warmen, süßen und glückverheißenden Fischwaffeln. Das Taiyaki war geboren und ist bis heute nicht weniger beliebt. So blieb auch das Geschäft von Herrn Kanbei über die vielen Jahre bestehen – als wirklicher Taiyaki-Fan solltest du das Stammgeschäft Naniwaso Honten in Azabu Juban in Tokio unbedingt mal besuchen.

Im Jahr 1975 wurde ein Song im japanischen Fernsehen für Kinder dem Leben eines ganz besonderen Taiyaki gewidmet, der gerne ein richtiger Fisch sein möchte. Dass ihm das nicht gut gelingt, siehst du im niedlichen Film.

https://www.youtube.com/watch?v=vFND4ucL9c8

So kommen Taiyaki traditionell auf den Tisch: Taiyaki mit Roten Bohnen

Das Gebäck ist die perfekte Kombination aus leichtem Waffelteig und leckerer Adzukibohnen-Paste. Für die Herstellung wird der Teig in ein heißes Taiyaki-Eisen, einer Art Waffeleisen ohne Stromversorgung, gegeben und die Füllung darin verteilt. Obendrauf kommt eine weitere dünne Schicht des Teigs. Das Eisen wird geschlossen, umgedreht und wieder auf das Feuer gegeben. Nach wenigen Minuten sind die Waffeln fertig.

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Quelle: Keromi Keroyama

Die Taiyaki-Füllungen

Historisch korrekt und auch jetzt noch am beliebtesten ist die Füllung der Waffeln mit Anko beziehungsweise Roter Bohnen-Paste. Daneben werden aber mittlerweile viele weitere Möglichkeiten angeboten, von super-süß bis kräftig-herzhaft. Ein paar der Varianten für die japanische Süßigkeit sind:

  • Anko
  • Vanille-Creme (Custardcreme)
  • Matcha-Creme
  • Schokoladencreme
  • Apfel-Kompott
  • Süßkartoffel-Creme
  • Käse-Creme
  • Wiener Würstchen

Rezept: Selbstgemachte Taiyaki

Wichtige Küchenutensilien

Um Taiyaki selbst zuzubereiten, benötigst du zwei wesentliche Gerätschaften. Bevor es losgeht sei dir also sicher, dass du einen funktionstüchtigen Gasherd oder -kocher sowie ein Taiyaki-Eisen im Haus hast.

Taiyaki-Eisen

Das Eisen oder auch Taiyaki-Pfanne ist ähnlich wie ein Waffeleisen aufgebaut, üblicherweise ohne Stromversorgung und für den Handgebrauch. Zumeist sind sie für die Zubereitung von zwei gefüllten Fischwaffeln ausgelegt und kosten ungefähr 25 Euro. Es gibt auch Modelle für den Strombetrieb, aber traditionell werden in Japan die handlichen Eisen verwendet.

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Quelle: yamada3

Gasherd

Es ist nicht abzustreiten, dass es auch erfolgreiche Versuche gibt, Taiyaki über einem Elektroherd auszubacken. Trotzdem empfehle ich einen Gasherd, da dieser durch die offene Flamme das speziell geformte Eisen optimal erhitzt. In Japan selbst werden die Waffeln über einem Holzkohlegrill gekocht, das wäre natürlich eine gute Möglichkeit für den Sommer!

Du hast keinen Gasherd? Dann sind die auch oft im Asiasupermarkt angebotenen Gaskocher mit nur einer Flamme eine Option. Zusammen mit ein paar Nachfüllkartuschen wird der Gaskocher circa 20 bis 30 Euro kosten.

Zutaten für fünf Taiyaki:

  • 300 g Mehl
  • 1 Pkt. Backpulver
  • 80 g Zucker
  • 2 Eier
  • 360 ml Milch
  • 1 EL Honig
  • Eine oder mehr Füllungen

Und so funktioniert es:

In einer Schüssel die trockenen Zutaten, also Mehl, Backpulver und Zucker verrühren. Anschließend in einer weiteren Schüssel die Eier, Milch sowie den Honig gut verquirlen. Die Flüssigkeit dann langsam in die trockene Mischung geben und solange miteinander verrühren bis ein glatter, homogener Teig entsteht.

Dann den Gasherd anstellen und auf kleine Hitze drehen. In das geöffnete Taiyaki-Eisen, das du vorher gut einfetten solltest, einen großen Löffel des Teigs geben, sodass die ausgehölte Fischform fast voll ist. Jetzt verteilst du in der Mitte eine Portion deiner Lieblingsfüllung und überdeckst alles nochmal mit etwas Teig.

Das heiße Taiyaki-Eisen jetzt schließen und sofort umdrehen. Nach wenigen Minuten – etwa 2 bis 3 Minuten – bei Bedarf nochmal wenden. Die fertigen Waffeln holst du, wenn sie goldbraun sind, aus der Form und lässt sie etwas auf einem Gitter abkühlen.

Am leckersten sind sie noch warm und knusprig – Fertig!

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Quelle: Masayuki Takaku

Link zum Basiszutaten Artikel

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2 Kommentare zu „Taiyaki – süße Fischwaffeln“

  1. hallo liebe Elisa,

    toll Dein Beitrag über Taiyaki!

    Ich wohne in München, wo bitte kann ich mir das Taiyaki-Eisen kaufen?

    liebe Grüße
    Gundi

    1. Hallo Gundi,

      vielen Dank für deinen Kommentar und dein Lob! Bevor du in München auf eine lange Suche gehst, würde ich dir empfehlen, online nach einem Taiyaki-Eisen Ausschau zu halten. Wahrscheinlich wird dir das einige Mühen ersparen, da sie wirklich schwer zu finden sind 🙂

      Viele Grüße

      Elisa

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