Sächsischer Gründerinnenpreis 2025

Vom kleinen Blog auf die große Bühne!

Manchmal gibt es Momente, bei denen man erst viel später wirklich begreift, was da eigentlich passiert ist. Der Sächsische Gründerinnenpreis 2025 war für mich genau so ein Moment.

Inzwischen liegt die Preisverleihung schon eine Weile zurück. Der Trubel hat sich gelegt, die Aufregung ist verflogen, die Fotos sind sortiert und trotzdem fühlt es sich noch immer ein bisschen unwirklich an: 1mal1japan wurde mit dem Sächsischen Gründerinnenpreis in der Kategorie Wachstum ausgezeichnet.

Gründerinnenpreis Sachsen 2025

Wenn ich diesen Satz heute schreibe, denke ich nicht zuerst an die Bühne, die Urkunde oder die Auszeichnung. Ich denke an die vielen kleinen Schritte davor. An die ersten Blogartikel. An die ersten Rezepte. An Pakete im Wohnzimmer. An Tage, an denen alles gleichzeitig passieren musste: Familie, Shop, Kundennachrichten, neue Produkte, Buchhaltung, Versand und irgendwo dazwischen noch die Frage, was es eigentlich zum Abendessen gibt.

Wie alles angefangen hat

1mal1japan begann nicht als ausgefeilter Businessplan. Es begann mit einer Begeisterung für Japan.

Nach unserer Hochzeit reisten Nino und ich nach Japan. Für mich war das nicht einfach nur eine Reise, sondern ein richtiger Auslöser. Japan hatte mich schon lange fasziniert, zuerst über Anime, später über Sprache, Kultur und natürlich immer stärker über das Essen. 2016 schenkte mir Nino dann den Blog 1mal1japan. Anfangs sollte es um alles Mögliche rund um Japan gehen: Kultur, Reisen, Alltag, Sprache.

Aber irgendwie sind wir beim Essen hängengeblieben.

Vielleicht, weil Essen so unmittelbar ist. Man muss nicht perfekt Japanisch sprechen, um eine Schüssel Ramen zu genießen. Man muss keine Expertin sein, um Onigiri zu formen. Und man kann über ein Gericht manchmal mehr über ein Land lernen als über viele Seiten Theorie.

Aus den ersten Artikeln wurden immer mehr Rezepte. Aus Rezepten wurden Produktempfehlungen. Und irgendwann merkten wir: Menschen wollen diese Zutaten nicht nur erklärt bekommen, sie möchten sie auch unkompliziert kaufen können.

So entstand 2021 unser Onlineshop.

Von der Bewerbung zur Präsentation

Als wir uns für den Sächsischen Gründerinnenpreis bewarben, war mir zunächst gar nicht klar, wie intensiv dieser Weg werden würde. Die Bewerbungsfragen haben uns gezwungen, vieles noch einmal ganz bewusst zu sortieren: Was macht 1mal1japan eigentlich besonders? Worin liegt unser Kundennutzen? Wie grenzen wir uns vom Wettbewerb ab? Was bedeutet Wachstum für uns? Und welche Werte stecken hinter diesem Unternehmen?

Dabei wurde uns klar, dass wir unsere Geschichte nicht nur über Zahlen erzählen wollten. Natürlich sind Zahlen wichtig. Bestellungen, Reichweite, Umsatz, Wachstum – all das gehört zu einem Unternehmen dazu. Aber 1mal1japan lässt sich nicht nur in Kennzahlen erklären.

Also haben wir unsere Präsentation entlang von vier Werten aufgebaut, die uns bis heute begleiten: Leidenschaft, Familie, Durchhaltevermögen und Genuss.

Gründerinnenpreis Sachsen 2025

Leidenschaft, weil ohne echte Begeisterung für Japan und die japanische Küche nie etwas entstanden wäre.

Familie, weil der Shop in einer Lebensphase gewachsen ist, in der vieles gleichzeitig passierte: Elternzeit, kleine Kinder, Alltag und Unternehmertum.

Durchhaltevermögen, weil aus einer Idee nur dann ein Unternehmen wird, wenn man auch dann weitermacht, wenn es anstrengend ist.

Und Genuss, weil am Ende genau das unser Thema ist: Menschen sollen Freude daran haben, Neues auszuprobieren, zu kochen, zu essen und dabei ein Stück Japan zuhause zu erleben.

Die Vorbereitung: zwischen Folien, Zahlen und Lampenfieber

Die Vorbereitung auf die Jurypräsentation war intensiver, als ich erwartet hatte. Plötzlich musste alles auf den Punkt: unsere Entstehungsgeschichte, unser Geschäftsmodell, unsere Eigenmarke Fujiman, unsere Partner in Sachsen, unsere Community, unsere Zukunftspläne.

Was erzählt man in wenigen Minuten über ein Unternehmen, das über Jahre gewachsen ist?

Wir haben Folien gebaut, wieder verworfen, neu formuliert, gekürzt und noch einmal umgestellt. Irgendwann war klar: Wir wollen nicht nur erklären, was wir verkaufen. Wir wollen zeigen, warum es 1mal1japan gibt.

Denn wir verkaufen nicht einfach japanische Lebensmittel. Wir möchten die Hürde senken, japanisch zu kochen. Wir möchten Zutaten erklären, Rezepte alltagstauglich machen und Menschen das Gefühl geben: „Das kann ich auch.“

Besonders wichtig war uns auch zu zeigen, dass 1mal1japan nicht irgendwo im luftleeren Raum wächst. Viele unserer Partner sitzen hier in Sachsen: Produkte werden in Freital abgefüllt, in Dresden gelagert und verschickt, Drucksachen kommen aus der Region. Gleichzeitig arbeiten wir mit Partnern in Europa zusammen und bauen Stück für Stück ein Netzwerk auf, das japanische Inspiration mit regionaler Umsetzung verbindet.

Der Tag der Jurypräsentation

Am Tag der Präsentation war ich natürlich aufgeregt. Sehr sogar.

Man steht da mit der eigenen Geschichte, den eigenen Zahlen, den eigenen Hoffnungen und versucht, in kurzer Zeit zu zeigen, warum dieses Unternehmen mehr ist als ein Onlineshop.

Ich habe von den Anfängen erzählt. Vom Blog. Von der Elternzeit. Von den ersten Bestellungen. Von Kundinnen und Kunden, die uns schreiben, dass sie mit unseren Rezepten zum ersten Mal Ramen gekocht haben oder sich durch ein Gericht Japan ein kleines Stück näher fühlen.

Und genau diese Rückmeldungen sind bis heute einer der schönsten Teile meiner Arbeit. Eine Kundin erzählte uns zum Beispiel, dass ihre Tochter in Japan lebt und sie sich durch gemeinsames digitales Kochen mit ihr verbunden fühlt. Eine andere schrieb, dass sie im Rollstuhl sitzt und nicht einfach nach Japan reisen kann, aber durch das Kochen trotzdem ein Stück Ferne erlebt.

Solche Nachrichten zeigen mir immer wieder: Es geht nicht nur um Produkte. Es geht um Verbindung.

Gründerinnenpreis Sachsen 2025

Die Preisverleihung

Die Preisverleihung selbst war dann noch einmal ein ganz anderer Moment. Festlich, aufregend und gleichzeitig irgendwie surreal.

Bis zur Bekanntgabe wusste niemand, wer gewinnen würde. Man sitzt dort, hört die Namen, sieht die anderen Gründerinnen, ihre Ideen, ihre Geschichten und merkt: Jede Frau in diesem Raum hat etwas aufgebaut. Jede hat Mut bewiesen. Jede hat Rückschläge erlebt und ist trotzdem weitergegangen.

Als dann unser Name fiel und klar war, dass 1mal1japan in der Kategorie Wachstum ausgezeichnet wird, war ich für einen Moment einfach nur überwältigt.

Wachstum klingt oft nach Zahlen. Nach größer, schneller, weiter. Für mich bedeutet Wachstum aber etwas anderes. Wachstum bedeutet, dass aus einer Idee Vertrauen entstanden ist. Dass Menschen wiederkommen. Dass sie Rezepte nachkochen, Produkte weiterempfehlen, Nachrichten schreiben, Fotos schicken und Teil dieser Reise werden.

Dieser Preis war deshalb nicht nur eine Auszeichnung für uns als Unternehmen. Er war auch eine Anerkennung für all die kleinen Schritte, die selten jemand sieht.

Gründerinnenpreis Sachsen 2025

Was der Preis für uns bedeutet

Der Sächsische Gründerinnenpreis hat uns sichtbar gemacht, aber er hat uns auch noch einmal daran erinnert, was 1mal1japan eigentlich trägt.

Es ist nicht nur der Shop. Nicht nur die Produkte. Nicht nur Fujiman. Es ist die Verbindung aus allem: aus Wissen, Vertrauen, Alltag, Genuss, Kultur und Gemeinschaft.

Und natürlich ist der Preis auch eine Ermutigung. Für mich persönlich, aber vielleicht auch für andere Frauen, die mit einer Idee herumlaufen und sich fragen, ob sie wirklich anfangen sollen.

Ich glaube heute mehr denn je: Man muss nicht perfekt starten. Man muss nicht alles wissen. Man darf klein beginnen. Man darf lernen, Fehler machen, umdenken und langsam wachsen. Wichtig ist, dass man anfängt und dass man dranbleibt.

Danke!

Wenn ich auf den Gründerinnenpreis zurückblicke, dann vor allem mit Dankbarkeit.

Danke an alle, die 1mal1japan seit den ersten Blogtagen begleiten. Danke an alle, die bei uns bestellen, unsere Rezepte kochen, uns Feedback geben, uns weiterempfehlen oder einfach still mitlesen. Danke an unser Team, unsere Partner und an alle, die im Hintergrund mithelfen, dass aus Ideen echte Produkte werden.

Und danke an alle, die japanische Küche mit uns zuhause erlebbar machen.

Gründerinnenpreis Sachsen 2025

Denn am Ende ist genau das der schönste Teil dieser Geschichte: 1mal1japan ist längst nicht mehr nur unsere Idee. Es ist eine Gemeinschaft aus Menschen geworden, die neugierig bleiben, gerne kochen und Lust haben, Japan Stück für Stück zu entdecken.

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