Korokke gehören zu den bekanntesten frittierten Alltagsgerichten der japanischen Küche. Sie verbinden einfache Zutaten mit einer klaren Technik und stehen exemplarisch für die Yōshoku Tradition: westliche Gerichte, die in Japan eigenständig weiterentwickelt wurden. Bis heute sind Korokke fester Bestandteil des kulinarischen Alltags von Warmtheken in Supermärkten über Bentō-Boxen bis hin zur heimischen Küche.
Dieses Rezept orientiert sich an der klassischen Kartoffel-Hackfleisch-Variante und erklärt nicht nur die Zubereitung, sondern auch den kulturellen und kulinarischen Hintergrund. Die folgenden Abschnitte geben einen Überblick darüber, was Korokke ausmacht, wie sie entstanden sind, welche Varianten es gibt und wie sie traditionell serviert werden.

Was ist Korokke?
Korokke sind japanische Kroketten, die aus einer gestampften Kartoffelmasse bestehen und in der Regel mit Zwiebeln und Hackfleisch ergänzt werden. Die geformten Portionen werden klassisch in Mehl, Ei und Panko paniert und anschließend goldbraun frittiert. Charakteristisch ist dabei die Textur: Anders als viele europäische Kroketten bleiben Korokke innen bewusst locker und leicht stückig, statt fein püriert oder cremig zu sein.
In Japan gelten Korokke als typisches Alltagsgericht. Sie werden sowohl frisch zubereitet als auch fertig frittiert an Warmtheken verkauft, finden ihren Platz in Bentō-Boxen oder werden als einfache Mahlzeit mit Reis und Salat serviert. Durch ihre milde Würzung und die knusprige Panade sind sie vielseitig einsetzbar und sprechen ein breites Publikum an.

Die Geschichte hinter Korokke
Kulinarisch gehören Korokke zur Kategorie yōshoku, also Gerichte westlichen Ursprungs, die in Japan adaptiert und weiterentwickelt wurden. Ihre Wurzeln liegen in der französischen Krokette, die im späten 19. Jahrhundert während der Meiji-Zeit nach Japan kam. In dieser Phase öffnete sich das Land gezielt westlichen Einflüssen, auch in der Küche.
Während frühe Varianten noch stark an die französische Vorlage mit Béchamelsauce angelehnt waren, setzte sich in Japan bald die Kartoffelversion durch. Kartoffeln waren preiswert, sättigend und gut verfügbar, wodurch Korokke schnell zu einem beliebten Gericht außerhalb gehobener Restaurants wurden. Insbesondere Metzgereien trugen dazu bei, Korokke als günstige, warme Speise für den Alltag zu etablieren – eine Entwicklung, die bis heute prägend ist.
Kartoffeln in Japan (jagaimo)
Japanische Speisekartoffeln unterscheiden sich weniger grundsätzlich von europäischen Sorten, sondern vor allem in ihrer typischen Textur und Verwendung. In Japan werden meist wenige, vielseitige Sorten genutzt, die moderat stärkehaltig sind und beim Garen weich, aber formstabil bleiben. Das macht sie ideal für Schmorgerichte wie Nikujaga oder für Korokke, bei denen die Kartoffelmasse zusammenhalten soll, ohne zu zerfallen.
Für dieses Rezept eignen sich daher auch hierzulande mehligkochende oder vorwiegend festkochende Kartoffeln, sofern sie nach dem Kochen gut ausdampfen und nur grob zerdrückt werden.
Unterschiede & Korokke Varianten
Die bekannteste Form ist die klassische Kartoffel-Korokke mit Hackfleisch, oft angelehnt an den Geschmack von Nikujaga, einem japanischen Kartoffel-Fleisch-Eintopf. Daneben existieren zahlreiche Varianten, die sich in Füllung, Textur und Geschmack unterscheiden.

Sehr verbreitet sind Cream Korokke, bei denen eine dicke weiße Sauce – häufig mit Krabben oder Garnelen – die Basis bildet. Diese Variante ist weicher, cremiger und gilt als etwas luxuriöser. Daneben gibt es vegetarische Korokke mit Gemüse, Curry-gewürzte Versionen oder regionale Abwandlungen, die lokale Zutaten aufgreifen. Trotz dieser Vielfalt bleibt das Grundprinzip immer gleich: eine milde, formbare Masse, umhüllt von einer knusprigen Panko-Panade.
Korokke selber machen: So geht’s
Korokke zu Hause zuzubereiten ist weniger aufwendig, als es zunächst wirkt. Entscheidend sind nicht besondere Zutaten, sondern ein sauberes Vorgehen und die richtige Konsistenz der einzelnen Komponenten. Wer die Grundprinzipien einmal verstanden hat, kann Korokke zuverlässig und gut planbar zubereiten, sowohl als Hauptgericht als auch als vorbereitete Mahlzeit für später.
Im Mittelpunkt steht das Zusammenspiel aus Kartoffelmasse, milder Würzung und knuspriger Panade. Die Kartoffeln werden zunächst weich gekocht und anschließend nur grob zerdrückt. Diese bewusst ungleichmäßige Struktur ist typisch für japanische Korokke und sorgt dafür, dass sie innen locker bleiben und nicht kompakt oder pastös werden. Die Hackfleisch-Zwiebel-Mischung wird separat angebraten und nur zurückhaltend gewürzt, damit sie die Kartoffeln ergänzt, ohne sie geschmacklich zu dominieren.
Die wichtigsten Komponenten für klassische Korokke:
- Kartoffelbasis: Mehligkochende Kartoffeln eignen sich besonders gut, da sie sich leicht zerdrücken lassen und eine formbare, trockene Masse ergeben. Wichtig ist, die Kartoffeln nach dem Kochen kurz ausdampfen zu lassen, damit überschüssige Feuchtigkeit entweicht.
- Füllung: Hackfleisch und Zwiebeln werden langsam angebraten, bis die Zwiebeln weich und leicht süßlich sind und das Fleisch gerade eben gar ist. Die Mischung sollte herzhaft, aber nicht stark gewürzt sein. Korokke leben von Zurückhaltung und Balance.
- Panade: Die klassische Panierung aus Mehl, Ei und Panko sorgt für die charakteristische Knusprigkeit. Panko wird dabei nur sanft angedrückt, damit die Kruste beim Frittieren luftig bleibt und nicht zu dicht wird.
- Frittieren: Eine moderate Öltemperatur ist entscheidend. Zu heißes Öl lässt die Panade schnell bräunen, während das Innere noch kalt bleibt; zu kühles Öl macht die Korokke fettig. Bei etwa 170-175 °C garen sie gleichmäßig und werden goldbraun.
KUNDENLIEBLING
Panko 250g (japanisches Paniermehl, grobe Semmelbrösel), Orchids
Panko ist typisch japanisches Paniermehl. Die hellen, luftigen und groben Pankoflocken werden beim Braten oder Frittieren besonders knusprig, wodurch japanische Gerichte wie Tonkatsu, Kare Pan…
Vorrätig
So funktioniert’s:
Zuerst werden die Kartoffeln gekocht, grob gestampft und beiseitegestellt. Parallel dazu werden Zwiebeln und Hackfleisch angebraten und anschließend unter die Kartoffelmasse gehoben. Nach einer kurzen Abkühlzeit lässt sich die Masse gut formen. Die geformten Korokke werden paniert und portionsweise frittiert, bis sie außen knusprig und innen heiß sind. Direkt serviert zeigen sie ihre typische Textur am besten, außen kross, innen weich und mild gewürzt.

Was passt gut zu Korokke?
Klassisch werden Korokke mit fein geschnittenem Weißkrautsalat serviert, der oft nur leicht angemacht ist und einen frischen Kontrast zur frittierten Panade bildet. Tomaten, Zitronenspalten und eine süß-würzige Tonkatsu-Sauce gehören ebenfalls zu den typischen Beilagen.
Als vollständige Mahlzeit lassen sich Korokke gut mit Reis kombinieren, etwa als Teil eines einfachen Tellers oder in einer Bentō-Box. In Japan sind sie außerdem als Korokke Sando (eine Abwandlung des Tonkatsu Sando) beliebt – in einem Brötchen mit Sauce und etwas Salat. Dadurch eignen sie sich nicht nur als Hauptgericht, sondern auch als Snack oder vorbereitete Mahlzeit für unterwegs.
Hast du Fragen oder möchtest du deine Erfahrungen teilen? Wie gefallen dir diese Korokke? Hast du sie klassisch mit Hackfleisch zubereitet oder eine eigene Variante ausprobiert, vielleicht vegetarisch oder besonders knusprig? Ich freue mich auf deinen Kommentar und wünsche dir viel Freude beim Nachkochen und Genießen.

Korokke
4 Portionen | 60 Minuten | 525 kcal
🖨️ PDF drucken 📌 Pin merkenKorokke sind japanische Kroketten aus grob gestampften Kartoffeln und Hackfleisch, paniert in Panko und goldbraun frittiert. Dieses Rezept zeigt die klassische Hausvariante und erklärt Schritt für Schritt, worauf es bei Textur, Würzung und Zubereitung ankommt.
Zutaten (8 Stück, 4 Portionen)
Für die Kartoffelmasse:
700 g Kartoffeln (mehligkochend)
200 g Rinderhackfleisch
1 Zwiebel
etwas Salz
etwas Pfeffer
1 EL neutrales Öl
Für die Panade:
ca. 100 g Panko (im Shop ansehen)
ca. 50 g Mehl
3 Eier
reichlich Öl zum Frittieren (z. B. Raps- oder Sonnenblumenöl)
etwas Tonkatsu Sauce (im Shop ansehen)
Beilagen:
Weißkrautsalat (zum Rezept)
Tomaten
Zitrone
Nützliche Hilfmittel:
Santoku Messer (im Shop ansehen)
Yukihira Topf (im Shop ansehen)
2in1 Strainer & Skimmer (im Shop ansehen)
Zubereitung (60 Minuten)

1. Schritt
Zu Beginn alle Zutaten für die selbstgemachten Korokke bereitlegen.

2. Schritt
700 g Kartoffeln schälen, in grobe Stücke schneiden und in Salzwasser weich kochen.
Während die Kartoffeln kochen, optional bereits die Beilagen vorbereiten: Weißkrautsalat schneiden, Tomaten waschen und in Spalten schneiden, Zitrone vierteln.
Die gegarten Kartoffeln abgießen und kurz ausdampfen lassen, damit überschüssige Feuchtigkeit entweichen kann.

3. Schritt
Die Kartoffeln mit einem Stampfer nur grob zerdrücken. Es dürfen bewusst noch kleine Stücke sichtbar bleiben, genau diese Struktur macht Korokke locker und typisch japanisch. Die Kartoffelmasse beiseitestellen.

4. Schritt
1 große Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. 1 EL neutrales Öl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Die Zwiebelwürfel langsam anbraten, bis sie weich werden und leicht süßlich duften.

5. Schritt
200 g Hackfleisch zu den Zwiebeln geben und krümelig anbraten, bis es gerade eben gar ist. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Mischung soll herzhaft, aber nicht stark gewürzt sein.

6. Schritt
Die Hack-Zwiebel-Mischung zur Kartoffelmasse geben und alles vorsichtig unterheben. Die Masse nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Korokke-Masse kurz abkühlen lassen, damit sie sich später gut formen lässt.

7. Schritt
Die Masse in etwa 8 gleich große Portionen teilen und daraus ovale oder flache Korokke formen. Nur leicht andrücken, sie sollen locker bleiben.

8. Schritt
Drei Schalen vorbereiten: Eine mit ca. 50 g Mehl, eine mit 3 verquirlten Eiern und eine mit ca. 100 g Panko.
Jede Korokke zuerst im Mehl wenden, dann durch das Ei ziehen und anschließend großzügig im Panko panieren. Das Panko nur sanft andrücken.

9. Schritt
Frittieröl auf etwa 170-175 °C erhitzen. Die Korokke portionsweise frittieren, bis sie rundum goldbraun sind. Das dauert etwa 3 bis 4 Minuten pro Seite.

10. Schritt
Die fertigen Korokke vorsichtig aus dem Öl heben und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Nach Wunsch mit Tonkatsu Sauce im Zickzack garnieren.
Die Korokke heiß servieren, klassisch mit fein geschnittenem Weißkrautsalat, Tomaten und etwas Zitrone. Fertig. Itadakimasu!

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Hast du das Rezept schon ausprobiert? Lasst es mich in den Kommentaren wissen, ich bin schon ganz gespannt, von euch zu hören.

Hallo,
ich finde die Rezepte immer faszinierend und leicht zu verstehen.
Habe die Korokken mit Schweinehackfleisch gemacht. Meiner Meinung nach waren sie etwas zu lasch gewürzt, wenn ich es wie im Rezept gemacht habe. Würde noch Salz an die Masse das nächste mal geben. Vielleicht fehlte aber auch einfach eine Soße zum dippen bei uns.
Mein Freund fand sie aber super lecker!
Ich hab viel weniger Panko gebraucht als im Rezept steht. Sicher nur 100g und sie waren dennoch gut bedeckt.
Auch die Idee mit dem Ofen fanden wir klasse, da die Küche dann nicht nach Fritieren stinkt 😀
Hallo Katharina,
vielen Dank für dein Lob und deine Hinweise 🙂
Liebe Grüße,
Elisa