Tantanmen ist eine Ramen Suppe für alle, die es cremig mögen, aber nicht schwer. Eine Brühe auf Sesambasis, würziges Hackfleisch, feine Schärfe und frisches Grün, alles greift ineinander, ohne laut zu sein. Gerade diese Zurückhaltung macht Tantanmen so besonders.
In Japan gilt sie längst als fester Bestandteil moderner Ramen Kultur. Sie verbindet chinesische Wurzeln mit japanischer Feinabstimmung und lässt sich erstaunlich gut zu Hause nachkochen. Genau darum geht es in diesem Rezept: eine ausgewogene, alltagstaugliche Version von Tantanmen, die zeigt, wie viel Tiefe in wenigen, gut abgestimmten Zutaten stecken kann.

Es gibt Ramen, die springen einen sofort an. Klare Shoyu Ramen, kräftige Miso Brühen oder Tonkotsu mit viel Tiefe, das waren lange Zeit meine erste Wahl. Tantanmen gehörte erstaunlich lange nicht dazu. Vielleicht, weil sie auf den ersten Blick unscheinbarer wirkt. Cremig, hell, nicht so klar zuzuordnen.
Erst später habe ich gemerkt, wie viel Charakter in dieser Schüssel steckt. Eine Ramen, die nicht laut ist, sondern sich langsam entfaltet. Nussig, würzig, leicht scharf und vor allem unglaublich rund. Heute ist Tantanmen für mich eine dieser Suppen, zu denen ich immer wieder zurückkomme.
Was ist Tantanmen eigentlich?
Tantanmen hat seine Wurzeln nicht in Japan, sondern in China. Die Vorlage ist Dan Dan Mian, ein Gericht aus der Sichuan Küche, das ursprünglich eher trocken oder mit sehr wenig Brühe serviert wird. Intensiv gewürzt, oft deutlich schärfer und mit dem typischen prickelnden Sichuanpfeffer.

Als das Gericht nach Japan kam, wurde es – wie viele andere Speisen – angepasst. Aus dem eher rustikalen Nudelgericht entwickelte sich eine richtige Ramen Suppe. Die Schärfe wurde gezähmt, dafür rückte Sesam stärker in den Vordergrund. Brühe, Sesampaste und eine cremigere Textur machten Tantanmen zu dem, was wir heute aus japanischen Ramen Läden kennen.
Damit gehört Tantanmen zu den Gerichten, die zeigen, wie kreativ und eigenständig die japanische Küche mit fremden Einflüssen umgeht.
Historisch gesehen stand Tantanmen lange im Schatten anderer Ramen Stile. Während klare Brühen oder schwere Tonkotsu Suppen schnell als „typisch japanisch“ wahrgenommen wurden, wirkte Tantanmen eher wie ein Sonderfall. Zu cremig für klare Ramen, zu mild für Liebhaber extremer Schärfe.
Dabei liegt genau darin ihre Stärke. Tantanmen ist ausgewogen. Sie spielt mit Kontrasten, ohne zu überfordern. Gerade in modernen Ramen Läden erlebt sie deshalb seit Jahren ein Comeback, als Alternative für alle, die Tiefe suchen, aber keine schwere Brühe wollen.
Tantanmen selber machen: So geht’s
Tantanmen wirkt auf den ersten Blick wie eine Ramen Suppe für Fortgeschrittene, ist aber überraschend gut zu Hause umzusetzen. Entscheidend ist nicht komplizierte Technik, sondern das Zusammenspiel weniger, gut abgestimmter Komponenten. Wenn diese einmal vorbereitet sind, fügt sich alles fast von selbst zusammen.
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Vorrätig
Im Kern besteht Tantanmen aus einer cremigen Sesambrühe, würzigem Hackfleisch und frisch gekochten Ramen Nudeln. Die Balance zwischen Nussigkeit, Schärfe und Umami macht den Charakter dieser Suppe aus.
Die wichtigsten Komponenten:
- Sesambrühe: Die Basis bildet eine kräftige Brühe, klassisch aus Hühnerbrühe, die mit Sesampaste verfeinert wird. Neri Goma oder Tahini sorgen für die typische Cremigkeit und eine tiefe, leicht nussige Note. Traditionell reicht diese Kombination völlig aus, um der Suppe Struktur zu geben.
- Sojamilch (optional): In modernen Varianten wird ein Teil des Wassers durch Sojamilch ersetzt. Das macht die Brühe noch runder und etwas milder, ohne den Sesamgeschmack zu überdecken. Nicht streng traditionell, aber in Japan sehr verbreitet, vor allem in zeitgemäßen Ramen-Läden.
- Würziges Hackfleisch: Das Hackfleisch ist mehr als nur ein Topping. Durch Miso, Gochujang, Sojasauce, Mirin und Zucker entsteht eine würzige, leicht süßliche Komponente, die sich später mit der Brühe verbindet und ihr Tiefe verleiht.
- Nudeln & Toppings: Ramen Nudeln bilden die Grundlage, dazu kommen Pak Choi für Frische, Frühlingszwiebeln für Schärfe und Ramen Eier für zusätzliche Umami Noten. Ein wenig La-Yu am Ende bringt Farbe und genau die richtige Portion Schärfe.

So funktioniert’s:
Zuerst wird das Hackfleisch kräftig angebraten und mit der Würzsauce glasiert, bis es aromatisch und leicht klebrig ist. Parallel entsteht die Sesambrühe, indem die Sesampaste mit heißer Brühe glatt gerührt und anschließend abgeschmeckt wird.
Die Nudeln werden separat gekocht, der Pak Choi nur ganz kurz blanchiert, damit er seine Farbe und Textur behält. Beim Anrichten kommen alle Komponenten heiß zusammen: Nudeln in die Schüssel, Brühe darüber, Hackfleisch in die Mitte, Gemüse an den Rand. Zum Schluss ein kleiner Streifen La-Yu und die Suppe ist bereit.

Beliebte Varianten
Extra cremig: Ersetze einen größeren Teil des Wassers durch Sojamilch oder gib einen zusätzlichen Löffel Sesampaste in die Brühe.
Schärfer oder milder: Mehr La-Yu oder etwas Chiliöl sorgen für mehr Schärfe. Für eine mildere Variante reduzierst du Gochujang oder erhöhst den Sesamanteil.
Vegetarisch: Das Hackfleisch lässt sich gut durch fein gehackte Pilze oder Sojagranulat ersetzen. Verwende dann eine kräftige Gemüsebrühe als Basis.
Was passt gut zu Tantanmen?
Tantanmen ist eine cremige, kräftige Ramen Suppe, die für sich schon sehr sättigend ist. Am besten passen dazu leichte Beilagen, die Frische und etwas Säure ins Spiel bringen.
Ein kleiner japanischer Salat oder etwas eingelegtes Gemüse wie Tsukemono sorgen für einen guten Ausgleich zur nussigen Brühe. Auch einfache Vorspeisen wie Edamame oder ein leichter Spinat-Sesam-Salat harmonieren gut.
Als Getränk passt grüner Tee ganz klassisch. Wer mag, kann Tantanmen auch mit einem leichten Bier oder einem trockenen Sake servieren.

Hast du Fragen oder möchtest du deine Erfahrungen teilen? Wie gefällt dir dieses Rezept für Tantanmen? Hast du es schon gekocht oder deine eigene Variante ausprobiert – vielleicht mit Sojamilch oder extra Schärfe? Ich freue mich auf deinen Kommentar und wünsche dir viel Freude beim Kochen und Genießen.

Tantanmen
für 2 Portionen | 45 Minuten | 794 kcal
🖨️ PDF drucken 📌 Pin merkenTantanmen ist eine cremige Ramen Suppe mit Sesam, würzigem Hackfleisch und feiner Schärfe. Dieses Rezept zeigt dir Schritt für Schritt, wie du die japanische Variante des Klassikers ganz einfach zu Hause zubereitest – ausgewogen, aromatisch und wunderbar wärmend.
Zutaten (2 Portionen)
200 g Ramen Nudeln (im Shop ansehen)*
Für das würzige Hackfleisch:
200 g Hackfleisch (Schwein oder gemischt)
1 EL Miso Paste (im Shop ansehen)*
1 EL Gochujang (im Shop ansehen)*
1 EL Sojasauce (im Shop ansehen)*
1 EL Mirin (im Shop ansehen)*
1 EL Zucker
2 EL Öl (zum Beispiel Rapsöl)
Für die cremige Sesambrühe:
400 ml Hühnerbrühe
400 ml Wasser (oder Sojamilch für mehr Cremigkeit)
2 EL Tahini (oder besser Neri Goma)
2 EL Sojasauce
2 EL Reisessig (im Shop ansehen)*
Toppings:
La-Yu (japanisches Chiliöl) (im Shop ansehen)*
2 Ramen Eier
2 kleine Pak Choi
2 Frühlingszwiebeln
Zubereitung (30 Minuten)

1. Schritt
Zu Beginn bitte deine Zutaten für die selbstgemachten Tantanmen bereitlegen.

2. Schritt
Bitte denke daran, am Vortag die Ramen Eier zubereiten (mein Rezept für marinierte Eier findest du hier). Am Tag der Zubereitung jeweils halbieren.

3. Schritt
Wasche und schneide die Frühlingszwiebeln in feine Ringe. Wasche auch den Pak Choi und trenne die Wurzeln ab. Stell alles griffbereit zur Seite.

4. Schritt
Für die Sauce für das gewürzte Hackfleisch (kommt im nächsten Schritt) 1 EL Miso Paste, 1 EL Gochujang, 1 EL Sojasauce, 1 EL Mirin und 1 EL Zucker in einer kleinen Schüssel verrühren.

5. Schritt
Erhitze eine Pfanne auf mittlerer bis hoher Hitze mit Öl, gib das Hackfleisch hinein und brate es krümelig an, bis es leicht gebräunt ist.

6. Schritt
Sobald es Farbe bekommt, rührst du die vorbereitete Sauce ein. Lass alles kurz einkochen, bis das Fleisch glänzt und die Sauce daran haftet. Aus der Pfanne nehmen und bis zum Servieren warmhalten.

7. Schritt
Erhitze 400 ml Hühnerbrühe mit 400 ml Wasser (oder Sojamilch) in einem Topf. Nimm eine kleine Schüssel und rühre 2 EL Sesampaste mit etwas heißer Brühe glatt.
Wenn sich die Sesampaste vollständig gelöst hat, gibst du die Mischung zurück in den Topf zur restlichen Brühe. Mit 2 EL Sojasauce und 2 EL Reisessig abschmecken. Die Brühe soll cremig und leicht nussig sein. Ebenfalls warmhalten, aber im Topf.

8. Schritt
Setze einen großen Topf mit Wasser auf und koche die Ramen Nudeln nach Packungsanleitung.
Kurz bevor die Nudeln fertig sind, gibst du den Pak Choi für ein paar Sekunden ins Nudelwasser, damit er zusammenfällt. Dann mit einem Sieb oder einer Schöpfkelle herausnehmen. Nudeln abgießen.

9. Schritt
Verteile die abgegossenen Nudeln in zwei Schüsseln. Gieße die cremige Sesambrühe darüber, lege das Gemüse an den Rand und setze das würzige Hackfleisch in die Mitte. Streue die Frühlingszwiebeln darüber.

9. Schritt
Zum Schluss kommen ein paar Tropfen La-yu über die Schüsseln. Die rote Farbe verteilt sich in der hellen Brühe und bringt das typische Tantanmen Aroma schön nach vorne.
Am besten servierst du alles zügig. Fertig. Itadakimasu!

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Hast du das Rezept schon ausprobiert? Lasst es mich in den Kommentaren wissen, ich bin schon ganz gespannt, von euch zu hören.

