Ninjin no Kinpira ist eine einfache japanische Beilage aus fein geschnittenen Karotten, die kurz angebraten und anschließend süß-salzig glasiert werden. Das Gericht ist schnell zubereitet, kommt mit wenigen Zutaten aus und eignet sich sehr gut zum Vorbereiten. Selbst nach einigen Stunden oder am nächsten Tag behält es seine Textur und seinen Geschmack.
In der japanischen Alltagsküche wird Ninjin no Kinpira häufig zu deftigen Hauptgerichten serviert, etwa zu gebratenem Fleisch, Fisch oder Eintöpfen. Durch seine leichte Süße und den feinen Biss der Karotten bildet es einen guten Gegenpol zu kräftigen Aromen. Gleichzeitig ist es eine praktische Alternative zu klassischen Salaten, da es ohne frische Blattsalate auskommt und sowohl warm als auch kalt gut funktioniert.

Was ist Ninjin no Kinpira?
„Ninjin no Kinpira“ bedeutet wörtlich „Karotten im Kinpira Stil“. Ninjin ist das japanische Wort für Karotte, Kinpira bezeichnet keine einzelne Zutat, sondern eine bestimmte Zubereitungstechnik: fein geschnittenes Gemüse wird zunächst in Öl angebraten und anschließend in einer süß-salzigen Mischung aus Sojasauce, Mirin und Zucker glasiert, bis die Flüssigkeit fast vollständig eingekocht ist.
Ursprünglich steht Kinpira für Gerichte mit Klettwurzel (Gobo), insbesondere das klassische Kinpira Gobo. Diese Zubereitungsart entstand in der Edo Zeit und wurde vor allem im Raum Edo (dem heutigen Tokio) Teil der alltäglichen Hausmannskost. Der Name „Kinpira“ geht auf eine Figur aus der japanischen Volksliteratur zurück: Kinpira, den starken und mutigen Sohn des Volkshelden Kintarō. Die feste Textur des Gemüses und die leichte Schärfe durch Chili (je nach Geschmack) wurden sinnbildlich mit Stärke und Standhaftigkeit verbunden.

Ninjin no Kinpira ist eine vereinfachte und modernere Variante dieses Prinzips. Statt Klettwurzel stehen Karotten im Mittelpunkt, die leichter erhältlich sind und schneller garen, während Technik, Würzung und Charakter des Gerichts erhalten bleiben. Dadurch ist Ninjin no Kinpira heute eine beliebte Alltagsbeilage, die besonders in Familienküchen, Bentos und Schulkantinen ihren festen Platz hat.
Ninjin no Kinpira selber machen: So geht’s
Ninjin no Kinpira ist eines dieser Gerichte, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, aber durch Technik und Timing überzeugen. Die Zubereitung ist schnell erledigt und gut planbar, entscheidend ist weniger die Zutatenliste als das richtige Verhältnis von Hitze, Schnitt und Würzung. Genau deshalb eignet sich Ninjin no Kinpira hervorragend als vorbereitete Beilage für den Alltag.
Im Mittelpunkt steht die typische Kinpira Technik: Das Gemüse wird fein geschnitten, zunächst kräftig angebraten und anschließend in einer süß-salzigen Würze glasiert, bis die Flüssigkeit fast vollständig verkocht ist. Es entsteht keine Sauce im klassischen Sinn, sondern ein glänzender Überzug, der sich direkt an die Karotten legt.
Die wichtigsten Komponenten für Ninjin no Kinpira:
- Die Karotten werden in sehr feine Streifen geschnitten, idealerweise julienniert. Diese Form sorgt dafür, dass sie schnell garen, dabei aber bissfest bleiben. Zu dick geschnittene Stücke würden weich werden, bevor sich Röstaromen entwickeln können.
- Die Würze besteht aus Sojasauce, Mirin, Sake und einer kleinen Menge Zucker. Sie wird erst nach dem Anbraten zugegeben und darf anschließend fast vollständig einkochen. Genau dieser Moment entscheidet über die typische Kinpira-Textur.
- Zum Schluss sorgt gerösteter Sesam für nussige Noten und Struktur. Optional verstärken ein paar Tropfen Sesamöl oder eine Prise Chili den klassischen Charakter, ohne das Gericht zu dominieren.

So funktioniert’s:
Zuerst werden die Karotten fein geschnitten und in Öl angebraten, bis sie weich sind, aber noch Biss haben. Anschließend wird der Zucker kurz untergerührt, bevor die vorbereitete Würzmischung in die Pfanne kommt. Jetzt lässt man alles weiterbraten, bis die Flüssigkeit nahezu vollständig verdampft ist und die Karotten gleichmäßig glänzen. Zum Schluss wird Sesam untergehoben, dann ist Ninjin no Kinpira servierbereit – warm, lauwarm oder kalt.
Unterschiede & Varianten
Wichtig für das Verständnis: Kinpira bezeichnet nicht die Zutat, sondern die Zubereitungsart. Gemeint ist eine Technik, bei der fein geschnittenes Gemüse zunächst angebraten und anschließend in einer süß-salzigen Würze glasiert wird, bis kaum Flüssigkeit verbleibt. Diese Methode stammt ursprünglich aus der Edo Zeit und ist fest in der japanischen Alltagsküche verankert.
Die klassische Form ist Kinpira Gobo, zubereitet aus Klettenwurzel, häufig ergänzt durch etwas Karotte. Gobo bringt ein erdiges, leicht herbes Aroma und viel Biss mit. Durch seine feste Struktur eignet er sich besonders gut für die Kinpira-Technik, ist außerhalb Japans aber nicht immer leicht erhältlich und benötigt etwas mehr Vorbereitung.
Ninjin no Kinpira ist eine jüngere, vereinfachte Variante, bei der Karotten die Hauptrolle spielen. Geschmacklich ist sie milder und leicht süßlich, die Textur bleibt knackig, ohne hart zu wirken. Genau deshalb gilt Ninjin no Kinpira als besonders alltagstauglich: Karotten sind überall verfügbar, schnell geschnitten und deutlich zugänglicher – auch für Kinder. Trotz dieser Vereinfachung bleibt die klassische Kinpira-Technik vollständig erhalten.
Gerade als vorbereitete Beilage oder als Ergänzung zu kräftigen Hauptgerichten ist Ninjin no Kinpira eine praktische Alternative zu Salaten oder eingelegtem Gemüse.
Kinpira im Vergleich
Kinpira Gobo:
- Klettenwurzel (oft mit Karotte)
- kräftig, erdig, sehr bissfest
- klassischste Form
Ninjin no Kinpira:
- Karotten als Hauptzutat
- mild, leicht süßlich, schnell zubereitet
- besonders alltagstauglich
Weitere Kinpira Varianten:
- Kinpira Renkon: Lotuswurzel, sehr knackig, leicht nussig
- Kinpira Jagaimo: Kartoffeln, sättigender, rustikaler
- Gemüse Kinpira: z. B. Paprika, Kürbis oder Spinat für Farbe und Abwechslung
Typische Variationen entstehen weniger durch neue Zutaten als durch Feinjustierung: etwas Chili für Schärfe, gerösteter Sesam für Tiefe oder ein paar Tropfen Sesamöl zum Schluss. Die Grundidee bleibt immer gleich: feine Streifen, kurze Garzeit, kein Saucengericht.
Was passt gut zu Ninjin no Kinpira?
Ninjin no Kinpira ist eine klassische Reisbeilage und passt hervorragend zu Donburi, gebratenem Fisch, Tamagoyaki oder einfachen Hauptgerichten wie Karaage.
Besonders beliebt ist es im Bento, da es sich gut vorbereiten lässt, 2-3 Tage im Kühlschrank hält und auch kalt sehr gut schmeckt. Zusammen mit Reis, etwas Ei und eingelegtem Gemüse ergibt sich ein typisches japanisches Alltagsmenü.

Hast du Fragen oder möchtest du deine Erfahrungen teilen? Wie gefällt dir dieses Ninjin no Kinpira? Hast du es klassisch zubereitet oder vielleicht mit etwas Chili, extra Sesam oder einer eigenen Gemüsevariante ausprobiert? Ich freue mich auf deinen Kommentar und wünsche dir viel Freude beim Kochen und Genießen.

Ninjin no Kinpira
4 Portionen | 10 Minuten | 175 kcal
🖨️ PDF drucken 📌 Pin merkenNinjin no Kinpira ist eine schnelle japanische Beilage aus fein geschnittenen Karotten, die in der klassischen Kinpira Technik süß-salzig glasiert werden. Das Gericht ist in wenigen Minuten zubereitet, lässt sich gut vorbereiten und passt ideal zu deftigen Hauptspeisen oder als Alternative zu einem klassischen Salat.
Zutaten (4 Portionen)
300 g Karotten (ca. 3 große)
2 EL Sojasauce (im Shop ansehen)*
2 EL Mirin (im Shop ansehen)*
2 EL Sake (im Shop ansehen)*
1 EL Zucker
2 EL neutrales Öl (z.B. Rapsöl)
1 EL weißer & schwarzer Sesam (geröstet) (im Shop ansehen)*
Optional, aber typisch:
eine Prise Shichimi Togarashi (im Shop ansehen)*
1 EL Sesamöl (im Shop ansehen)*
Nützliche Hilfmittel:
Santoku Messer (im Shop ansehen)
Yukihira Topf (im Shop ansehen)
Zubereitung (10 Minuten)

1. Schritt
Zu Beginn alle Zutaten für die selbstgemachten Ninjin no Kinpira bereitlegen.

2. Schritt
300 g Karotten schälen und in sehr feine Streifen schneiden (Julienne, also streichholzartig), damit sie schnell garen und trotzdem Biss behalten.

3. Schritt
Für die Sauce 2 EL Sake, 2 EL Mirin und 2 EL Sojasauce in einer kleinen Schüssel verrühren und griffbereit neben den Herd stellen.

4. Schritt
2 EL neutrales Öl in einer Pfanne bei mittlerer Hitze erhitzen. Die Karottenstreifen hineingeben und 2-3 Minuten unter Rühren anbraten, bis sie leicht weich werden, aber noch deutlich Struktur haben.

5. Schritt
1 EL Zucker über die Karotten streuen und kurz unterrühren, bis er sich gelöst hat. Dann die vorbereitete Sauce in die Pfanne geben und alles gründlich vermengen.
Jetzt weiterbraten, bis die Flüssigkeit fast vollständig eingekocht ist. Es soll keine Sauce in der Pfanne stehen, sondern ein glänzender Überzug, der direkt an den Karotten haftet.

6. Schritt
Zum Schluss 1 EL gerösteten Sesam unterheben. Optional jetzt 1 EL Sesamöl und/oder eine Prise Chili bzw. Ichimi Togarashi dazugeben. Pfanne vom Herd ziehen.

7. Schritt
Ninjin no Kinpira sofort servieren. Es schmeckt aber auch lauwarm oder kalt richtig gut – ideal als Beilage oder fürs Bento. Fertig. Itadakimasu!

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Hast du das Rezept schon ausprobiert? Lasst es mich in den Kommentaren wissen, ich bin schon ganz gespannt, von euch zu hören.
