Alles über Miso Paste: Grundlagen, Sorten, Geschmack & 11 japanische Rezepte

Miso-Paste gehört zu den wichtigsten Grundzutaten der japanischen Küche. Sie ist weit mehr als die Basis für Miso Suppe und spielt in unzähligen Gerichten eine zentrale Rolle: Als Würzmittel, Salzersatz, Umami Träger und aromatische Grundlage. Wer japanisch kochen möchte, kommt an Miso nicht vorbei.

Gleichzeitig sorgt Miso oft für Unsicherheit: Welche Sorte ist die richtige? Warum schmeckt Miso so unterschiedlich? Kann man jede Misopaste für jedes Gericht verwenden? Und worauf sollte man beim Kauf, bei der Lagerung und bei der Zubereitung achten?

Dieser Beitrag beantwortet genau diese Fragen. Er erklärt, was Miso Paste ist, wie sie hergestellt wird, welche Sorten es gibt und wie sie sinnvoll in der Küche eingesetzt wird. Ergänzt wird das Grundlagenwissen durch konkrete Rezeptideen, die zeigen, wie vielseitig Miso im Alltag verwendet werden kann von klassisch bis modern.

Miso Paste Titelbild lang

Miso Paste ist ein echtes Allroundtalent: Mit nur wenigen Zutaten kannst du herzhafte und sogar süße Gerichte auf das nächste Level bringen. Aber was macht diese Paste so besonders? Sie steckt voller probiotischer Bakterien, Vitamine und Aminosäuren – kurzum, Miso ist ein wahres Superfood. Schon gespannt, was dich erwartet? Hier ein kleiner Einblick:

Was ist Miso Paste?

Miso ist eine fermentierte Würzpaste aus Sojabohnen, Salz und Koji, einem Edelschimmelpilz. Je nach Sorte kommen zusätzlich Reis oder Gerste zum Einsatz. Durch die Fermentation entsteht ein komplexes Aroma, das salzig, leicht süßlich, tief und rund zugleich wirkt – der sogenannte Umami-Geschmack.

Tare Miso Paste

In der japanischen Küche ist Miso keine „Sauce“, sondern eine Grundwürze. Sie wird sparsam eingesetzt, oft erst am Ende der Zubereitung, und dient dazu, Aromen zu verbinden und zu vertiefen. Miso findet sich deshalb nicht nur in Suppen, sondern auch in Eintöpfen, Marinaden, Dressings, Gemüsegerichten und sogar modernen westlich-japanischen Fusionrezepten.

Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen bekannten Würzmitteln:

  • Sojasauce ist flüssig, stärker salzig und wird häufig direkt gewürzt oder gedippt
  • Miso ist pastös, aromatisch dichter und wird meist eingerührt
  • Gochujang oder andere asiatische Pasten sind scharf und anders fermentiert

Miso bildet damit eine eigene Kategorie, subtiler als viele Würzpasten, aber deutlich komplexer als Salz allein.

Kurz erklärt

Miso ist eine fermentierte japanische Würzpaste aus Sojabohnen und Koji, die Umami, Salz und Tiefe in Gerichte bringt.

Die Vielfalt von Miso reicht von glatt und cremig bis zu körnig mit spürbaren Sojabohnenstückchen. Und je nachdem, wie du Miso verwendest, entfaltet sich die geschmackliche Tiefe anders. So ist es kein Wunder, dass Miso in Japan eine Grundzutat ist, die jeden Haushalt begleitet!

Ein Blick in die Geschichte von Miso

Miso hat eine faszinierende, Jahrhunderte alte Geschichte. Ursprünglich stammt Miso aus China oder Korea und kam im 7. Jahrhundert durch den Buddhismus nach Japan. Dort entwickelten sich regionale Varianten, und Miso wurde zu einem festen Bestandteil der japanischen Esskultur. Ursprünglich wurde es von buddhistischen Mönchen als Grundnahrungsmittel genutzt, da die pasteartige Masse nahrhaft und lange haltbar war.

Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich Miso von einem einfachen Nahrungsmittel zu einem Symbol der japanischen Küche. Es gibt zahlreiche regionale Sorten, die sich im Geschmack, der Fermentationsdauer und den Zutaten unterscheiden. Besonders bekannt ist die Region Kaga, wo Miso Dama – kleine Bällchen aus zerstampften, gekochten Sojabohnen – zur Fermentation genutzt wurden. Diese wurden mit wilden Pilzsporen umhüllt und in Salz und Wasser eingelegt, um zu Miso zu reifen.

Heute ist Miso aus der japanischen Küche nicht mehr wegzudenken und hat weltweit die Küchen erobert. Egal ob in herzhaften Eintöpfen, Suppen oder als Zutat in süßen Desserts, Miso wird auf kreative Weise in Gerichten genutzt und begeistert Feinschmecker und Hobbyköche gleichermaßen.

Miso ist mehr als nur eine Zutat, es ist eine Verbindung zwischen Tradition und Moderne, ein kulinarisches Erbe, das sich in seiner Schlichtheit und Tiefe durch die Jahrhunderte bewährt hat.

Miso Paste in Tonkrügen

Wie entsteht Miso?

Die Herstellung von Miso basiert auf einem kontrollierten Fermentationsprozess. Entscheidend dafür ist Koji, ein mit dem Schimmelpilz Aspergillus oryzae geimpftes Substrat, meist Reis oder Gerste. Koji setzt Enzyme frei, die Stärke und Eiweiß in Zucker und Aminosäuren aufspalten – die Grundlage für Geschmack und Umami.

Die Grundzutaten von Miso sind immer gleich:

  • gekochte Sojabohnen
  • Koji (Reis- oder Gerstenkoji)
  • Salz
  • Wasser

Je nach Zusammensetzung und Reifezeit entstehen sehr unterschiedliche Misosorten. Kurze Fermentationen von wenigen Wochen ergeben helle, milde Misos. Lange Reifezeiten von mehreren Monaten oder sogar Jahren führen zu dunklen, kräftigen Pasten mit deutlich höherem Salzgehalt und intensiverem Aroma.

Einflussfaktoren auf Geschmack und Farbe sind unter anderem:

  • Fermentationsdauer
  • Salzgehalt
  • Anteil von Reis oder Gerste
  • Temperatur und Lagerung

Handwerklich hergestellte Misopasten reifen oft langsam und entwickeln dabei komplexe Aromen. Industriell produzierte Misos werden teilweise beschleunigt fermentiert oder pasteurisiert, was Haltbarkeit erhöht, aber Geschmack verändern kann.

Was ist Koji?

Koji ist ein mit Edelschimmelpilz beimpfter Reis oder Gerste. Er liefert die Enzyme, die Fermentation ermöglichen und ist die Grundlage für Miso, Sojasauce und Sake.

Miso Paste Titelbild

Welches sind die wichtigsten Misosorten?

Nicht jede Misopaste schmeckt gleich – und nicht jede eignet sich für jedes Gericht. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Misosorten liegen nicht nur in Farbe, Geschmack und Fermentationsdauer, sondern auch in ihrer regionalen Herkunft und traditionellen Verwendung. Klima, verfügbare Zutaten und Essgewohnheiten haben über Jahrhunderte hinweg geprägt, welches Miso in welcher Region bevorzugt wurde. Dieses Wissen hilft enorm dabei, Miso gezielt und passend einzusetzen.

Weiße Misopaste (Shiro Miso)

Shiro Miso, auch als weißes Miso bekannt, wird nur kurz fermentiert und enthält im Verhältnis mehr Reis-Koji als andere Sorten. Das Ergebnis ist eine helle Farbe, ein niedrigerer Salzgehalt und ein sanftes, leicht süßliches Aroma.

Traditionell ist Shiro Miso vor allem in der Kansai Region (u.a. Kyoto und Osaka) verbreitet, wo die Küche insgesamt feiner, milder und stärker auf die natürlichen Aromen der Zutaten ausgerichtet ist. Dort wird es bevorzugt für klare Suppen, Gemüsegerichte und leichte Dressings verwendet.

Durch seine Zurückhaltung eignet sich Shiro Miso besonders gut für:

  • familien- und kinderfreundliche Küche
  • milde Suppen und Brühen
  • Dressings und Dips
  • helle Gemüsegerichte
  • moderne Anwendungen wie Miso-Butter oder sogar Desserts

Für Einsteiger ist Shiro Miso ideal, da es gut dosierbar ist und Fehler beim Würzen verzeiht, ohne dominant zu wirken.

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Rote Misopaste (Aka Miso)

Aka Miso ist das Gegenstück zum weißen Miso. Es reift deutlich länger, oft mehrere Monate bis Jahre, und entwickelt dabei eine dunkle, rötlich-braune Farbe sowie ein intensives, salziges und sehr umamireiches Aroma.

Diese Misosorte ist besonders typisch für die Kanto Region rund um Tokio. Dort sind kräftigere Geschmäcker verbreitet, was historisch auch mit der höheren Salzkonservierung und dem kühleren Klima zusammenhängt. Aka Miso wird häufig in herzhaften Suppen, Eintöpfen und Marinaden eingesetzt.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • deftige Suppen wie Tonjiru
  • herzhafte Eintöpfe
  • kräftige Marinaden für Fleisch oder Tofu
  • rustikale Gemüsegerichte

Aufgrund seiner Intensität sollte Aka Miso sparsam verwendet werden. Richtig dosiert verleiht es Gerichten jedoch eine außergewöhnliche Tiefe und Komplexität.

Gelbe Misopaste (Awase Miso / Shinshu Miso)

Awase Miso ist keine eigenständige Sorte, sondern eine Mischung aus verschiedenen Misos, meist aus Shiro und Aka Miso. Diese Kombination vereint die milde Süße des weißen Misos mit der Tiefe und Salzigkeit des roten Misos.

Awase Miso ist heute die am weitesten verbreitete Misopaste in Japan und findet sich in vielen Haushalten als Standardmiso für den Alltag. Seine Ausgewogenheit macht es besonders flexibel einsetzbar.

Typische Anwendungen sind:

  • klassische Misosuppen
  • Nudelsuppen wie Miso Udon oder Ramen
  • Saucen und Dressings
  • Marinaden aller Art

Wer sich nicht zwischen verschiedenen Sorten entscheiden möchte, trifft mit Awase Miso eine sehr sichere Wahl.

MisosorteShiro MisoAwase MisoAka Miso
Geschmackmild, leicht süßausgewogenkräftig, salzig
Farbehellgelblichdunkel
Salzgehaltniedrigmittelhoch
Typische VerwendungSuppen, DressingsAllrounderEintöpfe, Marinaden

Mugi Miso (mit Gerste)

Mugi Miso wird aus Sojabohnen und Gersten-Koji hergestellt und ist besonders in ländlichen Regionen Japans verbreitet, vor allem auf Kyushu und Shikoku. Gerste war dort historisch leichter verfügbar als Reis, was sich bis heute in der regionalen Küche widerspiegelt.

Durch die längere Fermentation ist Mugi Miso recht salzig und kräftig im Geschmack, dabei aber oft etwas erdiger und rustikaler als reines Sojabohnen-Miso. Es eignet sich hervorragend für bodenständige, wärmende Gerichte.

Besonders gut passt Mugi Miso zu:

  • kräftigen Suppen und Eintöpfen
  • deftigen Gemüsegerichten
  • Marinaden mit Röstaromen

Mugi Miso wird oft als „Hausmanns Miso“ bezeichnet und ist ideal, wenn ein Gericht eine solide, herzhafte Basis braucht.

Im nächsten Abschnitt geht es um Geschmack, Umami und den richtigen Umgang mit Miso beim Kochen, inklusive typischer Fehler und praktischer Dosierhilfen.

Wie wird Miso Paste richtig eingesetzt?

Miso ist kein gewöhnliches Würzmittel. Sein Geschmack entsteht nicht allein durch Salz, sondern durch ein komplexes Zusammenspiel aus Aminosäuren, Fermentationsaromen und natürlicher Süße. Genau deshalb funktioniert Miso in der Küche anders als klassische Gewürze – und sollte auch anders eingesetzt werden.

Was bedeutet Umami bei Miso eigentlich?

Der typische Umami-Geschmack von Miso entsteht während der Fermentation. Dabei werden Eiweiße aus den Sojabohnen in freie Aminosäuren – insbesondere Glutamat – aufgespalten. Diese sorgen für Tiefe, Rundheit und ein „volleres“ Mundgefühl, ohne dass ein Gericht schwer wirkt.

Im Gegensatz zu rein salzigen Würzmitteln:

  • verstärkt Miso vorhandene Aromen
  • verbindet einzelne Zutaten miteinander
  • sorgt für Länge im Geschmack

Deshalb wird Miso oft als Aromaträger eingesetzt und nicht als dominante Würze.

Miso Paste Titelbild

Die wichtigsten Do’s & Don’ts für Miso Paste

Miso entfaltet sein volles Aroma nur dann, wenn es bewusst eingesetzt wird. Die folgenden Do’s und Don’ts helfen dir dabei, typische Fehler zu vermeiden und Miso gezielt als Umami-Träger zu nutzen.

✅ Miso immer sanft einrühren

Miso ist ein fermentiertes Produkt mit feinen, flüchtigen Aromen. Wird es stark erhitzt oder gekocht, verliert es an Geschmackstiefe und wirkt schnell eindimensional salzig.

So machst du es richtig: Ziehe den Topf vom Herd oder reduziere die Hitze stark, löse das Miso in etwas heißer Flüssigkeit auf und rühre es erst dann ins Gericht. Ein kleiner Schneebesen, ein feines Sieb oder eine Schöpfkelle hilft, Miso klümpchenfrei einzuarbeiten, besonders bei Suppen.

✅ Misosorte bewusst auswählen

Nicht jede Misopaste passt zu jedem Gericht. Milde Misos unterstützen feine Aromen, kräftige Misos brauchen robuste Begleiter.

So machst du es richtig:

  • Shiro Miso für leichte Suppen, Dressings und Gemüse
  • Awase Miso für den Alltag
  • Aka oder Mugi Miso für Eintöpfe, Marinaden und herzhafte Gerichte

Wenn du unsicher bist, beginne mit Shiro Miso. Diese Sorte ist ausgewogen und vielseitig.

✅ Miso immer ausbalancieren

Miso ist mehr als Salz. Sein Umami wirkt am besten, wenn es mit Süße, Fett oder Säure kombiniert wird.

So machst du es richtig:
Kombiniere Miso zum Beispiel mit:

  • Mirin oder Zucker
  • Sesamöl oder Butter
  • Reisessig oder Zitrus

Gerade bei Marinaden gilt: Miso nie allein verwenden, sondern immer als Teil einer Würzbasis.

Lagerung

Du solltest angebrochene Packungen wieder gut, beispielsweise mit einem Klipp, verschließen und im Kühlschrank aufbewahren.

❌ Miso kochen lassen

Starkes Kochen zerstört Aromakomponenten und nimmt dem Miso seine Tiefe. Das Ergebnis schmeckt oft nur noch salzig.

Besser: Miso immer am Ende einrühren oder nur sanft erwärmen, denn Miso liebt Wärme, aber keine Hitze.

❌ Zu viel Miso auf einmal verwenden

Vor allem kräftige Misosorten können ein Gericht schnell dominieren und andere Aromen überdecken.

Besser: Immer mit einer kleinen Menge beginnen und abschmecken. Bei Suppen lieber nachwürzen als zu korrigieren, denn verdünnen ist schwieriger als nachlegen.

❌ Miso als reines Salz ersetzen

Miso bringt Eigenaroma mit. Wird es wie Salz behandelt, fehlt oft die Balance.

Besser: Zuerst mit Miso würzen, dann probieren und erst danach entscheiden, ob zusätzliches Salz nötig ist. In vielen Gerichten reicht Miso allein aus, um Tiefe und Würze zu erzeugen.

Miso richtig einzusetzen bedeutet nicht, kompliziert zu kochen, sondern achtsam zu würzen. Die richtige Sorte, der passende Zeitpunkt und eine ausgewogene Kombination machen den Unterschied zwischen einem salzigen Gericht und echtem Umami.

Im nächsten Abschnitt schauen wir uns an, was wirklich in Miso Paste steckt und wie Miso im Alltag eingesetzt wird, inklusive Lagerung, Haltbarkeit und praktischer Anwendungen über die Suppe hinaus.

Miso im Alltag einsetzen, über Suppe hinaus

Miso wird in Japan vielseitig genutzt, zum Beispiel für:

  • Saucen und Dressings
  • Marinaden für Gemüse, Fleisch oder Tofu
  • Glasuren für Ofengerichte
  • Würzbasis für Eintöpfe

Gerade im Alltag reicht oft ein Teelöffel, um einem Gericht Tiefe zu geben.

Was steckt wirklich in Miso Paste?

Miso wird in Japan nicht nur als Würzmittel verstanden, sondern auch als alltägliches Grundnahrungsmittel. Über Jahrhunderte hinweg war es eine wichtige Quelle für Eiweiß, Mineralstoffe und Geschmack, besonders in Zeiten, in denen tierische Produkte nur eingeschränkt verfügbar waren. Dennoch lohnt sich ein differenzierter Blick: Miso ist gesund, aber kein „Superfood“ im westlichen Sinne.

Die gesundheitliche Bedeutung von Miso hängt eng mit seiner Fermentation zusammen. Während der Reifezeit werden Sojabohnen durch Koji-Schimmel aufgeschlossen. Dabei entstehen:

  • freie Aminosäuren
  • organische Säuren
  • Enzyme und Aromastoffe

Diese Prozesse machen Miso leichter verdaulich als unverarbeitete Sojabohnen und sorgen für den typischen Umami Geschmack. Miso liefert unter anderem:

  • pflanzliches Eiweiß
  • Eisen
  • Magnesium
  • B-Vitamine (in geringen Mengen)

Der Nährwert variiert stark je nach Sorte, Fermentationsdauer und Zutaten (Reis-, Gersten- oder Sojakoji). Miso ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung, sondern eine ergänzende Zutat, die Geschmack und Nährstoffe kombiniert.

Wichtig!

Achtung bei Unverträglichkeiten, denn Miso Paste wird aus Sojabohnen und anderen allergieauslösenden Lebensmitteln hergestellt!

Ein häufiges Thema ist der relativ hohe Salzgehalt von Miso. Tatsächlich enthält Miso Salz, es ist Teil des Fermentationsprozesses und der Haltbarmachung.

In der Praxis bedeutet das:

  • Miso wird in kleinen Mengen verwendet
  • es ersetzt oft zusätzliches Salz
  • durch Umami wird weniger Nachwürzen nötig

In der japanischen Küche ist nicht der Salzgehalt einzelner Zutaten entscheidend, sondern die Gesamtbalance eines Gerichts.

Ist Miso „probiotisch“?

Miso enthält fermentationsbedingte Mikroorganismen. Diese sind jedoch hitzeempfindlich. In gekochten Gerichten stehen daher weniger lebende Kulturen im Vordergrund, sondern vor allem Geschmack, Verdaulichkeit und Nährstoffverfügbarkeit. Miso sollte deshalb nicht als probiotisches Heilmittel verstanden werden, sondern als traditionelles, fermentiertes Würzprodukt.

Miso ist weder Wundermittel noch Problemzutat. Richtig eingesetzt, trägt es zu einer abwechslungsreichen, pflanzenbetonten Küche bei und bringt Tiefe in einfache Gerichte. Entscheidend ist der maßvolle, bewusste Einsatz – genau so, wie er in Japan seit Generationen praktiziert wird.

Jetzt, da du weißt, wie Miso schmeckt, wirkt und gelagert wird, geht es im nächsten Abschnitt darum, welche Rezepte sich besonders gut eignen, um Miso gezielt einzusetzen – von Klassikern bis zu modernen Alltagsgerichten.

Die 11 besten Rezepte mit Miso Paste:

Miso zeigt seine Stärke vor allem dort, wo wenige Zutaten aufeinandertreffen und Geschmack über Tiefe entsteht. Die folgenden Rezepte decken typische Einsatzbereiche ab – von der puren Misosuppe über glasierte Ofengerichte bis hin zu herzhaften Eintöpfen und eingelegtem Gemüse. Sie eignen sich sowohl zum Einstieg als auch zur gezielten Vertiefung.

Dosierung

1 gestrichener Esslöffel entspricht circa 15g Miso Paste und reicht für eine Portion Miso Suppe (auf 200ml Dashi gerechnet).

Ich habe die Rezepte gelistet nach:

Miso in Suppen & Brühen

Miso entfaltet seinen Charakter besonders gut in Suppen. Hier kommt es nicht auf viele Zutaten an, sondern auf Balance, Temperatur und die richtige Dosierung. Die folgenden Rezepte zeigen sowohl die puristische als auch die herzhafte Seite klassischer Misosuppen.

Schnelle Miso Suppe

Dieses Rezept zeigt Miso in seiner pursten Form. Ideal, um Geschmack, Salzgehalt und Dosierung kennenzulernen – und die Grundlage für alle weiteren Miso-Suppen zu verstehen.

Misoshiru mit Wakame & Tofu

Der japanische Alltagsklassiker. Hier wird deutlich, wie Miso mit Dashi, Algen und Tofu zusammenspielt und warum diese Kombination seit Jahrhunderten funktioniert.

Tonjiru

Ein herzhafter Eintopf, der zeigt, wie gut kräftige Misosorten mit Fett, Gemüse und längerer Garzeit harmonieren. Besonders beliebt in der kühleren Jahreszeit.

Nudelsuppen mit Miso

Miso entfaltet seinen Charakter besonders gut in Suppen. Hier kommt es nicht auf viele Zutaten an, sondern auf Balance, Temperatur und die richtige Dosierung. Die folgenden Rezepte zeigen sowohl die puristische als auch die herzhafte Seite klassischer Misosuppen.

Miso Udon Nudelsuppe

Ein gutes Beispiel dafür, wie Miso auch im Alltag funktioniert: unkompliziert, wärmend und ausgewogen. Ideal für milde bis mittlere Misosorten.

Miso Ramen

Dieses Rezept verdeutlicht, wie Miso als Brühenbasis Komplexität schafft und gleichzeitig Raum für individuelle Toppings lässt.

Hokkaido Miso Ramen

Ein regional geprägtes Gericht, das die kräftige Seite von Miso zeigt. Besonders Aka oder Awase Miso kommen hier voll zur Geltung.

Tsukemen

Ein spannender Kontrast: konzentrierte Miso-Sauce statt klassischer Brühe. Ideal, um Miso intensiver und punktueller einzusetzen.

Miso im Ofen & in der Pfanne

Durch Hitze verändert sich Miso geschmacklich deutlich: Süße, Salz und Röstaromen verbinden sich zu einer intensiven Würze. Diese Rezepte zeigen, wie Miso als Glasur oder Finish eingesetzt wird, ohne dominant zu wirken.

Nasu Dengaku

Ein Paradebeispiel für Miso als Glasur. Süße, Salz und Röstaromen verbinden sich zu einem tiefen, aber ausgewogenen Geschmack.

Gemüse Onigiri

Hier zeigt sich Miso als Bindeglied zwischen Reis und Gemüse, nicht dominant, sondern strukturgebend.

Miso Yaki Onigiri

Ein klassischer Einsatz für Miso als Finish. Durch das Anrösten entstehen intensive Aromen, ohne das Gericht zu beschweren.

Miso zur Konservierung

Miso wird traditionell nicht nur zum Würzen, sondern auch zur Haltbarmachung genutzt. Beim Einlegen entstehen über Tage hinweg neue Aromen, die Tiefe und Komplexität entwickeln – ganz ohne Kochen oder zusätzliche Gewürze.

Tsukemono

Dieses Rezept macht sichtbar, wie Miso traditionell auch zur Haltbarmachung genutzt wird. Geschmacklich entwickeln sich über Tage neue, tiefe Aromen – ganz ohne Kochen.

Die Rezepte zeigen, dass Miso weit mehr ist als Suppenwürze. Es kann Basis, Finish, Glasur oder Konservierungsmittel sein, je nach Sorte, Dosierung und Anwendung. Wer diese Bandbreite kennt, kann Miso gezielt einsetzen und Gerichte präzise steuern.

Selbst wenn du noch nie von Miso gehört hast, hoffe ich, dass ich dir mit diesem Artikel einen kleinen Einblick in die Welt dieser wunderbaren Paste geben konnte. Die Vielfalt an Aromen und Verwendungsmöglichkeiten ist enorm und es gibt noch so viel zu entdecken!

Miso hat eine lange Tradition und Bedeutung in der japanischen Küche und kann auch in der westlichen Küche wunderbar eingesetzt werden. Probier es einfach aus und lass dich von dem umami-reichen Geschmack verzaubern.

Welches Rezept möchtest du als nächstes ausprobieren? Oder hast du vielleicht noch weitere Rezeptideen für Miso Paste? Lass es mich unten in den Kommentaren wissen!

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15 Gedanken zu „Alles über Miso Paste: Grundlagen, Sorten, Geschmack & 11 japanische Rezepte“

  1. Liebe Elisa,
    danke Dir für Deine ausführlichen Worte bezüglich Miso Paste.
    Ich esse diese schon seit einiger Zeit gern und bemühe mich immer, sie nicht zu kochen.
    Nun wollte ich in Erfahrung bringen, wieviel Hitze sie denn abkann, da ich jetzt doch öfter sehr kalte Miso-Suppen verputzt habe, aus Sorge, die Bakterien zu zerstören. 😉
    Dazu werde ich nirgendwo konkreter fündig. Ob z.B. das Wasser, das aus dem Wasserkocher käme schon zu heiß wäre …
    bei Honig weiß ich, dass man es bei 40-60° belassen sollte, aber bei Miso finde ich dazu keine Daten.
    Jetzt aber zu Deiner Seite. Da steht ja zum Glück auch gleich der Hinweis, dass man Miso nicht erhitzen soll, allerdings klingt für mich das Backen der Auberginen doch schon nach ziemlich starker Hitze. Da das super lecker klingt, wollte ich da doch gern einmal nachfragen.
    Herzlichen Dank und Grüße
    Nina

    1. Hallo Nina,
      wie toll, dass du dich so sehr für Miso Paste begeisterst :D! Bei Miso Suppe wird in Japan sehr auf die Temperatur der Miso Paste geachtet, da es ein wichtiger Lieferant von Nährstoffen in der täglichen Ernährung ist. Bei gerillter Aubergine verhällt es sich etwas anders – dieses Rezept ist eine gelegentliche Beilage zu japanischen Menüs, wobei vorrangig der leicht rauchige, süß-salzige Geschmack nach dem Backen wichtig ist.
      Liebe Grüße,
      Elisa

  2. Danke Danke Danke, für diese tolle Seite, ich bin durch einen Film auf Ramen Suppe aufmerksam geworden und seit dem versuche ich Zutaten und Rezepte zu finden. Hier finde ich beides, und so tolle Erklärungen.
    Ich bin ein gutes Stückchen schlauer und freue mich auf meine nächste Ramen Session 🙂 weiter so, die Seite ist einfach klasse.

    1. Hallo TJ,

      vielen, vielen Dank für deine lieben Worten 🙂 Welchen Film hast du dir denn angesehen – ich bei sowas immer ganz neugierig, weil ich Filme zur japanischen Küche immer toll finde, auch wenn es nur so wenige davon gibt…!

      Ich freue mich riesig über dein Interesse an der japanischen Küche 🙂 Ich wünsche dir alles Gute und sende liebe Grüße,

      Elisa

      1. Hallo bin der harry ..und ich liebe deine Seite auch
        Miso gehört seit einigen Monaten zu meinem festen vegetarischen Speiseplan….was mir aber noch fehlt ..sind dipps und sossenrezepte.mit miso.z.b.für gebratenen tofu…oder gebratenes Gemüse..das wäre noch super..g.harry

        1. Lieber Harry,

          Miso Paste ist wirklich ein Alleskönner in der Küche. Ich werde in der Zukunft gerne verstärkt auf dieses Thema eingehen in den Rezepten 🙂 Vielleicht ist ja unser Rezept für Mapo Tofu was für dich?!

          Liebe Grüße

          Elisa

  3. Salü elisa,
    Dein Bericht über die verschiedenen miso Hersteller ist sehr interessant. Die meisten gekauften miso sind aber pasteurisiert so das ja alle Inhaltsstoffe (fermentation) zur nicht machen.
    Gibt es noch andere fermentations starter als koij? Gruss Andrea

    1. Hallo Andrea,

      vielen Dank für deine Nachricht und deine Frage! Bei Koji handelt sich um eine Sammlung verschiedener Schimmelpilze, die in der japanischen (aber auch koreanischen und chinesischen) Küche zur Fermentation verwendet werden. Es gibt dabei gelben, weißen und schwarzen Koji, die in Japan je nach Region und Hersteller unterschiedlich zum Einsatz kommen. Generell wird in Japan aber standardmäßig immer Koji als Fermentationsstarter eingesetzt.

      Liebe Grüße

      Elisa

    1. Hallo Rosemarie,

      vielen Dank für deine Frage. Sehr lang gereiftes Miso wird auch als HATCHO MISO bezeichnet. Am besten suchst du einfach mal im Internet oder im Asienmarkt deines Vertrauens nach dieser Bezeichnung. Ich hoffe, dass du so etwas finden wirst!

      Liebe Grüße

      Elisa

  4. Hallo Elisa,
    Ich würde sehr gern Shiro Miso (weißes Miso) sehr gern selbst herstellen. Hast du vielleicht ein Rezept dafür?

    Viele Grüße
    Gabi

  5. Hallo Elisa,

    die letzten Tage habe ich mich auf der Suche nach japanischen Gerichten auf deine Seite verirrt und sofort sämtliche Rezepte ausgedruckt, damit ich sie mal ausprobieren kann 😀
    Ich bin von dieser Vielfalt wirklich mehr als begeistert und dein Tipp in obigem Rezept mit dem Sieb werde ich gleich morgen mal testen!
    Aber kurze Frage: Machst du keine Wakame in deine Suppe? Falls ja, hat das einen Grund?

    Vielen Dank schon mal!
    Liebe Grüße und einen guten Start in die Woche,

    Jana

    1. Liebe Jana,

      vielen Dank für deine Nachricht, die mich total freut 🙂 Ich wünsche dir auf jeden Fall schon einmal ganz viel Spaß beim Durchprobieren!
      Ich verwende keine Wakame, da ich (meiner Meinung nach) keine wirklich schöne Algen in Deutschland zu kaufen bekomme. Deswegen lasse ich sie lieber weg, bevor ich mir „irgendwas“ in die Suppe gebe – diese Erfahrung gebe ich ebenso an meine lieben Leser weiter 🙂

      Herzliche Grüße

      Elisa

  6. Ich bin zwar erst kürzlich auf deine Website gestoßen, trotzdem war ich sofort begeistert. Auf deiner Website sind nicht nur leckere Rezepte zu finden sondern auch so viele interessante und informative Informationen und Zusatzwissen! Ich liebe es! 🙂

    1. Liebe Jan-chan,

      danke für dein liebenswürdiges Kommentar, das mich wirklich sehr freut. Ich hoffe, dir auch weiterhin viel Freude bereiten zu dürfen.

      Dankeschön und liebe Grüße

      Elisa

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