Otsumami: 12 Izakaya Rezepte & japanische Snacks zum Teilen

Wenn du schon einmal in einem japanischen Izakaya warst, kennst du vielleicht diese besondere Art zu essen: Statt eines großen Hauptgerichts stehen nach und nach immer mehr kleine Teller auf dem Tisch. Hier ein paar Edamame, dort Gyoza, später vielleicht Yakitori oder Karaage und jeder probiert von allem ein bisschen.

Genau diese Art zu essen mag ich an der japanischen Küche besonders gern. Man sitzt gemeinsam am Tisch, teilt verschiedene Gerichte und kann dabei ganz unterschiedliche Geschmacksrichtungen ausprobieren. Niemand muss sich für nur ein Gericht entscheiden und oft sind gerade die kleinen Schalen und Teller diejenigen, an die man sich später besonders gerne erinnert.

Ein Begriff, der dabei immer wieder auftaucht, ist Otsumami (おつまみ). Damit sind kleine Speisen gemeint, die traditionell zu einem Getränk gegessen werden. Das können ganz einfache Dinge wie Edamame oder kalter Tofu sein, aber genauso knusprige Gyoza, gegrillte Yakitori oder saftiges Karaage. Die Bandbreite ist also deutlich größer, als der deutsche Begriff „Snack“ zunächst vermuten lässt.

In diesem Beitrag möchte ich dir deshalb nicht nur 12 meiner liebsten Otsumami Rezepte zeigen. Wir schauen uns auch an, was Otsumami eigentlich ausmacht, welche Rolle sie in japanischen Izakaya spielen und wie du dir zuhause ganz unkompliziert einen eigenen japanischen Otsumami Abend zusammenstellen kannst.

Izakaya Rezepte Otsumami

Das erwartet dich hier:

  1. Was sind Otsumami?
  2. Otsumami und die japanische Izakaya Kultur
  3. So stellst du einen Otsumami Abend zuhause zusammen
  4. 12 Otsumami-Rezepte für zuhause
  5. Welche Otsumami passen gut zusammen?
  6. Was trinkt man zu Otsumami?
  7. Welche Zutaten lohnen sich für Otsumami?

Was sind Otsumami?

Otsumami sind kleine Speisen, die in Japan traditionell zu alkoholischen Getränken gegessen werden. Dabei handelt es sich nicht um eine festgelegte Kategorie mit bestimmten Zutaten oder Zubereitungsarten. Entscheidend ist vielmehr die Funktion: Otsumami begleiten das Getränk und werden meist in kleinen Portionen serviert.

Deshalb kann sich hinter dem Begriff erstaunlich viel verbergen. Edamame mit etwas Salz sind genauso Otsumami wie gekühlter Tofu mit Frühlingszwiebeln, eingelegtes Gemüse, Tamagoyaki oder ein Teller frisch gebratener Gyoza. Dazu kommen gegrillte, frittierte und kräftig gewürzte Gerichte wie Yakitori, Karaage oder Agedashi Tofu.

Gerade diese Vielfalt finde ich spannend. Ein Otsumami Tisch lebt nicht davon, zwölf aufwendige Gerichte gleichzeitig zuzubereiten. Oft reichen schon ein oder zwei sehr einfache kalte Speisen und dazu etwas Warmes oder Knuspriges. So entstehen ganz automatisch unterschiedliche Temperaturen, Konsistenzen und Geschmacksrichtungen auf dem Tisch.

Japanische Otsumami mit mehreren kleinen Gerichten und Sake auf dem Tisch
Foto: チリーズ / photoAC

Im Deutschen werden Otsumami gelegentlich als „japanische Tapas“ bezeichnet. Der Vergleich hilft zunächst, weil auch hier mehrere kleine Speisen auf dem Tisch stehen und gemeinsam gegessen werden. Ganz gleichsetzen würde ich die beiden Begriffe allerdings nicht. Otsumami haben ihren eigenen kulturellen Hintergrund und sind eng mit der japanischen Trink- und Izakaya-Kultur verbunden. Auch die Auswahl reicht von winzigen Snacks bis zu durchaus sättigenden kleinen Gerichten.

Und natürlich musst du keinen Alkohol trinken, um die Rezepte aus diesem Beitrag zu genießen. Edamame, Gyoza, Karaage und Co. funktionieren genauso gut bei einem gemütlichen Abend mit japanischem Tee, alkoholfreiem Bier oder einfach als mehrere kleine Gerichte, die Familie und Freunde miteinander teilen.

Gut zu wissen: Otsumami oder Otoshi?

Die beiden Begriffe klingen ähnlich, bedeuten aber etwas anderes:

Otsumami sind kleine Speisen, die zu Getränken gegessen und normalerweise selbst ausgewählt werden.

Otoshi (お通し) dagegen ist eine kleine Vorspeise, die in vielen Izakaya direkt nach dem Hinsetzen serviert wird – oft noch bevor du etwas zu essen bestellt hast. Sie fungiert gleichzeitig häufig als eine Art Tisch- beziehungsweise Servicegebühr und wird entsprechend auf der Rechnung berechnet.

Wenn dir in einem Izakaya also plötzlich ein kleines Schälchen vor die Nase gestellt wird, obwohl du es gar nicht bestellt hast, handelt es sich sehr wahrscheinlich um Otoshi und nicht einfach um einen kostenlosen „Gruß aus der Küche“.

Otsumami und die japanische Izakaya Kultur

Um Otsumami wirklich zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf Izakaya (居酒屋). Sie werden häufig als japanische Kneipen oder Pubs beschrieben, sind aber mindestens genauso sehr Orte zum Essen wie zum Trinken. Freunde, Familien oder Kollegen treffen sich dort, bestellen Getränke und dazu nach und nach verschiedene Speisen. Izakaya gibt es vom winzigen Lokal mit wenigen Sitzplätzen bis hin zu großen Ketten.

Anders als bei einem klassischen Restaurantbesuch entscheidet man sich dabei normalerweise nicht zu Beginn für Vorspeise, Hauptgericht und Dessert. Stattdessen kommen mehrere Gerichte nach und nach auf den Tisch. Man bestellt vielleicht zuerst Edamame und etwas Frisches, später folgen Yakitori, Gyoza oder Karaage und wenn der Abend länger wird, kommt einfach die nächste Runde dazu.

Genau dadurch entsteht eine ganz andere Stimmung beim Essen. Es geht weniger darum, dass jeder konzentriert seinen eigenen Teller isst. Vielmehr stehen verschiedene Gerichte in der Mitte, jeder nimmt sich etwas und man probiert gemeinsam. Dafür gibt es häufig kleine persönliche Teller, sogenannte Torizara, auf die man sich einen Teil der gemeinsam bestellten Speisen nimmt.

Otsumami und die japanische Izakaya Kultur
Foto: ずんぐる / photoAC

Auch die Speisenauswahl ist entsprechend breit. Auf typischen Izakaya Menüs finden sich beispielsweise Yakitori, Sashimi, gegrillter Fisch und Fleisch, Salate, eingelegtes Gemüse und Frittiertes. Manche Lokale haben regionale Spezialitäten oder konzentrieren sich besonders auf bestimmte Gerichte.

Muss zu Otsumami immer Sake gehören?

Überhaupt nicht. Zwar ist Sake eng mit der japanischen Trinkkultur verbunden, in Izakaya gehören aber genauso Bier, Shochu, Highballs und andere Getränke zum üblichen Angebot. Auch alkoholfreie Getränke sind selbstverständlich erhältlich.

Für zuhause würde ich deshalb gar nicht versuchen, daraus eine feste Regel zu machen. Viel wichtiger ist die Idee dahinter: mehrere kleine Gerichte, unterschiedliche Aromen und ein Tisch, an dem man gemeinsam probiert und teilt.

Genau das lässt sich auch ohne Izakaya wunderbar zuhause nachmachen und dafür brauchst du erstaunlich wenig.

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So stellst du einen Otsumami Abend zuhause zusammen

Das Schöne an Otsumami ist, dass du dafür kein festes Menü planen musst. Viel typischer ist es, mehrere kleine Gerichte miteinander zu kombinieren und nach und nach auf den Tisch zu stellen. Genau dadurch entsteht diese lockere Izakaya Atmosphäre, bei der jeder probieren kann, worauf er gerade Lust hat.

Für zwei Personen reichen meist schon drei bis vier verschiedene Otsumami. Wenn du mit mehreren Freunden oder der Familie isst, kannst du fünf oder sechs Gerichte auswählen und alles in die Mitte des Tisches stellen. Dabei müssen längst nicht alle Rezepte aufwendig sein. Im Gegenteil: Besonders schön wird die Mischung, wenn einfache kalte Gerichte neben etwas Warmem, Knusprigem oder Gegrilltem stehen.

Ich orientiere mich dabei gerne an einer einfachen Kombination:

  • etwas Frisches oder Kaltes, zum Beispiel Hiyayakko oder Kyuri no Sunomono
  • etwas Gemüse, etwa Horenso no Gomaae oder Edamame
  • etwas Warmes, zum Beispiel Agedashi Tofu oder Tamagoyaki
  • etwas Herzhaftes oder Knuspriges, wie Gyoza, Karaage oder Korokke
  • optional etwas vom Grill, beispielsweise Yakitori

Du musst natürlich nicht aus jeder Kategorie etwas auswählen. Schon Edamame, Gyoza und Karaage ergeben zusammen einen richtig schönen kleinen Otsumami Abend. Wenn du etwas mehr Zeit hast, ergänzt du einfach noch einen Gurkensalat oder kalten Tofu.

Mein Tipp: Nicht alles gleichzeitig kochen

Versuche nicht, fünf warme Gerichte zur selben Minute fertigzustellen. Das würde genau die entspannte Idee hinter Otsumami zunichtemachen. Bereite stattdessen kalte Speisen wie Sunomono, Hiyayakko oder Kartoffelsalat zuerst vor und stelle sie bereits auf den Tisch. Anschließend kannst du warme Gerichte nach und nach servieren. Erst kommen vielleicht Gyoza, etwas später Yakitori oder Karaage. Genau so funktioniert es auch im Izakaya: Der Tisch füllt sich im Laufe des Abends.

Auch Schalen und Teller dürfen ruhig unterschiedlich sein. Kleine Schüsseln, längliche Teller und einzelne Schälchen machen das gemeinsame Essen besonders schön und sorgen ganz automatisch dafür, dass die Portionen klein bleiben.

Ein einfacher Otsumami Abend für den Einstieg:

Wenn du Otsumami zum ersten Mal zuhause ausprobieren möchtest, würde ich mit dieser Kombination beginnen:

  • Edamame, schnell und unkompliziert
  • Kyuri no Sunomono, frisch und leicht
  • Gyoza, herzhaft und knusprig
  • Yakitori, würzig und direkt vom Grill oder aus der Pfanne
  • Karaage, für etwas richtig Herzhaftes zum Teilen

Damit hast du verschiedene Temperaturen, Texturen und Geschmacksrichtungen auf dem Tisch, ohne dass du zehn verschiedene Gerichte vorbereiten musst.

Und das Wichtigste: Ein Otsumami Abend soll nicht perfekt durchgeplant sein. Stell einfach ein paar kleine Teller auf den Tisch, ergänze nach und nach weitere Gerichte und genieße das gemeinsame Probieren.

Otsumami mit Getränken
Foto: 自然 / photoAC

12 Otsumami Rezepte für zuhause

Jetzt wird gekocht! Die folgenden 12 Otsumami-Rezepte zeigen, wie unterschiedlich kleine japanische Gerichte sein können. Einige stehen in wenigen Minuten auf dem Tisch, andere brauchen etwas mehr Vorbereitung, gemeinsam haben sie aber alle, dass sie sich wunderbar in kleinen Portionen servieren und miteinander kombinieren lassen.

Du kannst dir einfach einzelne Favoriten herauspicken oder mehrere Rezepte zu einem kleinen Izakaya Abend zuhause zusammenstellen. Von frischen und leichten Kleinigkeiten über Tofu und Gyoza bis hin zu knusprigem Karaage und Yakitori ist für jeden Geschmack etwas dabei.

  1. Edamame
  2. Hiyayakko
  3. Kyuri no Sunomono
  4. Horenso no Gomaae
  5. Japanischer Kartoffelsalat
  6. Tamagoyaki
  7. Agedashi Tofu
  8. Gyoza
  9. Karaage
  10. Yakitori
  11. Takoyaki
  12. Korokke

1. Edamame

Edamame gehören wahrscheinlich zu den bekanntesten Otsumami überhaupt. Die jungen Sojabohnen werden kurz gekocht oder gedämpft und anschließend mit etwas Salz bestreut. Gegessen werden nur die Bohnen im Inneren, die Schoten selbst bleiben übrig.

Gerade diese Einfachheit macht Edamame für einen Otsumami Abend so praktisch. Sie sind schnell vorbereitet, lassen sich unkompliziert teilen und können direkt zu Beginn auf den Tisch gestellt werden. In Japan findest du sie deshalb auch häufig als eine der ersten kleinen Speisen im Izakaya. Wenn du magst, kannst du sie zusätzlich mit etwas Chili, Sesam oder Knoblauch würzen.

2. Hiyayakko

Hiyayakko ist eines dieser japanischen Gerichte, bei denen wenige Zutaten völlig ausreichen. Kalter Tofu wird mit Frühlingszwiebeln, geriebenem Ingwer, Sojasauce und klassisch auch Katsuobushi serviert. Das Ergebnis ist leicht, frisch und trotzdem voller Umami.

Gerade neben frittierten oder gegrillten Otsumami finde ich Hiyayakko besonders passend, weil es einen ruhigen Gegenpol zu kräftigen Aromen bildet. Außerdem steht das Gericht in wenigen Minuten auf dem Tisch und lässt sich wunderbar in kleinen Schälchen servieren. Für eine vegetarische Variante kannst du die Bonitoflocken einfach weglassen und mit Sesam oder Nori ergänzen.

3. Kyuri no Sunomono

Kyuri no Sunomono ist ein leichter japanischer Gurkensalat mit einem süß-säuerlichen Dressing aus Reisessig, Zucker und Sojasauce. Die Gurken bleiben angenehm knackig und bringen genau die Frische auf den Tisch, die zwischen herzhaften Otsumami besonders gut tut.

Ich mag Sunomono vor allem deshalb, weil es sich sehr gut vorbereiten lässt und nur wenig Arbeit macht. Während du später Gyoza brätst oder Yakitori grillst, steht der Gurkensalat bereits fertig im Kühlschrank. Gerade in Kombination mit Karaage, Korokke oder anderen frittierten Gerichten sorgt die feine Säure für einen schönen Ausgleich.

4. Horenso no Gomaae

Horenso no Gomaae ist eine klassische japanische Gemüsebeilage aus blanchiertem Spinat und einem aromatischen Sesamdressing. Der Geschmack ist nussig, leicht süßlich und angenehm herzhaft und passt deshalb sehr gut zu einem Tisch mit mehreren kleinen Gerichten.

Für Otsumami finde ich das Rezept besonders schön, weil es Gemüse in einer ganz anderen Form auf den Tisch bringt. Statt Salat oder Rohkost bekommst du eine kleine, intensiv gewürzte Beilage, die sich auch problemlos vorbereiten lässt. Serviere Gomaae einfach in kleinen Schälchen und stelle es zusammen mit Hiyayakko oder Sunomono schon vor den warmen Gerichten auf den Tisch.

5. Japanischer Kartoffelsalat

Japanischer Kartoffelsalat, auch Poteto Sarada genannt, ist deutlich cremiger als viele deutsche Varianten. Kartoffeln werden mit Gurke, Karotten, Ei und häufig auch etwas Schinken kombiniert und mit japanischer Mayonnaise abgeschmeckt.

Als Otsumami funktioniert er besonders gut, weil er sich problemlos vorbereiten und in kleinen Portionen servieren lässt. Seine milde, cremige Art passt wunderbar zu kräftigeren Gerichten wie Yakitori oder Karaage. Gerade wenn du mehrere Gäste hast, ist Poteto Sarada praktisch: Du kannst ihn schon Stunden vorher zubereiten und musst dich später nur noch um die warmen Speisen kümmern.

6. Tamagoyaki

Tamagoyaki ist ein japanisches Omelett, das Schicht für Schicht aufgerollt und anschließend in mundgerechte Stücke geschnitten wird. Je nach Rezept schmeckt es leicht süßlich oder eher herzhaft und wird häufig mit Dashi, Sojasauce oder Mirin gewürzt.

Für einen Otsumami Tisch ist Tamagoyaki ideal, weil es sich wunderbar teilen lässt und sowohl warm als auch bei Zimmertemperatur schmeckt. Du kannst es außerdem gut vorbereiten und später einfach in Scheiben schneiden. Zwischen würzigen Gyoza, salzigen Edamame und knusprigem Karaage bringt das weiche Omelett eine ganz andere Konsistenz auf den Tisch.

7. Agedashi Tofu

Agedashi Tofu verbindet zwei Gegensätze, die ich an diesem Gericht besonders mag: außen eine leicht knusprige Hülle, innen weicher, fast cremiger Tofu. Serviert wird er in einer warmen Dashi Sauce und typischerweise mit geriebenem Daikon, Frühlingszwiebeln und weiteren Toppings.

Als Otsumami wirkt Agedashi Tofu etwas feiner als viele klassische Bar Snacks und bringt zusätzlich eine warme, leichte Komponente auf den Tisch. Besonders schön ist er, wenn du neben Fleischgerichten noch etwas anderes anbieten möchtest. Am besten bereitest du die Sauce und Toppings vorher vor und frittierst den Tofu erst kurz vor dem Servieren.

8. Gyoza

Gyoza dürfen für mich bei einem Izakaya Abend eigentlich nicht fehlen. Die japanischen Teigtaschen werden zunächst in der Pfanne knusprig angebraten und anschließend mit etwas Wasser gedämpft. Dadurch entsteht der typische Mix aus knusprigem Boden und weichem Teig.

Gerade zum Teilen sind Gyoza perfekt: Stell einfach eine große Portion in die Mitte des Tisches und serviere dazu einen Dip aus Sojasauce, Reisessig und nach Geschmack etwas Chiliöl. Auch die Füllung lässt sich variieren, klassisch mit Hackfleisch und Gemüse, aber ebenso mit Tofu, Pilzen oder reinem Gemüse. Zudem lassen sich Gyoza hervorragend vorbereiten und einfrieren.

9. Karaage

Karaage ist japanisches frittiertes Hähnchen und zählt zu den beliebtesten herzhaften Snacks Japans. Das Fleisch wird zunächst in einer würzigen Marinade mit Sojasauce, Ingwer und Knoblauch eingelegt, anschließend mit Stärke umhüllt und knusprig ausgebacken.

Für Otsumami eignet sich Karaage perfekt, weil die kleinen Stücke unkompliziert geteilt und direkt mit Stäbchen gegessen werden können. Außen knusprig, innen saftig, genau dieser Kontrast macht das Gericht so beliebt. Dazu reicht oft schon eine Zitronenspalte oder etwas japanische Mayonnaise. Kombiniert mit Sunomono oder Daikon Salat wird daraus ein wunderbar ausgewogener kleiner Teller.

10. Yakitori

Yakitori sind kleine gegrillte Hähnchenspieße und gehören zu den Klassikern der japanischen Izakaya Küche. Je nach Variante werden verschiedene Teile des Hähnchens verwendet und entweder nur mit Salz oder mit einer süß-herzhaften Tare Sauce gewürzt.

Gerade das gemeinsame Essen macht Yakitori so passend für Otsumami. Jeder nimmt sich einen Spieß, und während die nächste Runde auf dem Grill oder in der Pfanne gart, stehen schon andere Kleinigkeiten auf dem Tisch. Für zuhause kannst du Yakitori problemlos in der Pfanne oder unter dem Grill zubereiten. Besonders schön sind mehrere Varianten mit unterschiedlichen Zutaten wie Frühlingszwiebeln oder Gemüse.

11. Takoyaki

Takoyaki sind kleine runde Teigbällchen aus Osaka, die traditionell mit Oktopus gefüllt werden. Nach dem Backen kommen Takoyaki Sauce, japanische Mayonnaise, Aonori und Katsuobushi darüber. Schon beim Servieren sieht das Ganze nach richtigem japanischem Streetfood aus.

Für einen Otsumami Abend sind Takoyaki besonders gesellig, weil sie meist direkt in größeren Portionen zubereitet und gemeinsam gegessen werden. Wer keinen Oktopus verwenden möchte, kann sie auch mit anderen Füllungen wie Pilzen, Gemüse oder Tofu ausprobieren. Sie brauchen zwar etwas mehr Vorbereitung, sind dafür aber ein echtes Highlight auf dem Tisch.

12. Korokke

Korokke sind japanische Kroketten mit einer weichen Kartoffelfüllung und einer knusprigen Panko Panade. Häufig kommen noch Hackfleisch und Zwiebeln dazu, es gibt aber ebenso viele vegetarische Varianten mit Gemüse oder anderen Füllungen.

Als Otsumami lassen sich Korokke hervorragend in kleinere Stücke schneiden oder direkt als kleine Kroketten formen. Mit einer würzigen Sauce serviert, sind sie außen herrlich knusprig und innen weich und cremig. Besonders praktisch: Du kannst sie gut vorbereiten und erst kurz vor dem Essen ausbacken. Neben frischen Gerichten wie Hiyayakko oder Sunomono bilden sie einen schönen herzhaften Abschluss der Rezeptsammlung.

Welche Otsumami passen gut zusammen?

Wenn du mehrere Otsumami servierst, kommt es weniger darauf an, möglichst viele Gerichte auf den Tisch zu stellen. Viel wichtiger ist die Mischung. Ein guter Otsumami Abend lebt davon, dass sich leichte und kräftige, kalte und warme sowie weiche und knusprige Komponenten abwechseln. So wirkt der Tisch abwechslungsreich, ohne dass alles gleich schmeckt oder zu schwer wird.

Für zwei Personen reichen meistens schon drei bis vier verschiedene Otsumami. Bei vier Personen würde ich eher fünf bis sechs Gerichte einplanen. Dabei musst du nicht überall große Portionen zubereiten, schließlich geht es gerade darum, von mehreren Sachen etwas zu probieren.

Eine einfache Faustregel ist:

  • etwas Frisches oder Kaltes
  • etwas Gemüse
  • etwas Warmes oder Weiches
  • etwas Knuspriges oder Gegrilltes
  • optional ein zusätzlicher Favorit

So bekommst du schnell eine ausgewogene Mischung, ohne lange überlegen zu müssen.

(a) Klassischer Izakaya Abend

Wenn du einen typischen Izakaya Abend zuhause nachmachen möchtest, würde ich diese Kombination wählen:

Edamame sorgen für einen unkomplizierten Start und können direkt auf dem Tisch stehen. Kyuri no Sunomono bringt etwas Frische und Säure dazu. Mit Gyoza kommt etwas Warmes und Herzhaftes ins Spiel, während Yakitori für die typische Grillkomponente sorgen. Karaage macht den Abend schließlich mit etwas richtig Knusprigem komplett.

Diese Kombination eignet sich besonders gut für mehrere Personen, weil fast jedes Gericht problemlos geteilt werden kann. Außerdem kannst du Edamame und Gurkensalat schon vorbereiten, bevor du dich um die warmen Speisen kümmerst.

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(b) Leichter Otsumami Abend

Nicht jeder Otsumami Abend muss aus frittierten und kräftigen Gerichten bestehen. Wenn du es etwas leichter möchtest, funktioniert zum Beispiel diese Auswahl sehr gut:

Hiyayakko als kühler, frischer Tofu, dazu Horenso no Gomaae mit seinem nussigen Sesamgeschmack und Kyuri no Sunomono für etwas Säure. Tamagoyaki bringt eine warme, milde Komponente auf den Tisch und Agedashi Tofu sorgt zum Schluss für etwas mehr Herzhaftigkeit.

Gerade im Sommer finde ich diese Zusammenstellung besonders schön. Die meisten Gerichte wirken leicht, bringen aber trotzdem unterschiedliche Aromen und Konsistenzen mit. Gleichzeitig lässt sich fast alles sehr gut vorbereiten.

(c) Otsumami Abend mit Freunden

Wenn mehrere Leute zusammenkommen und es ruhig etwas deftiger sein darf, kannst du stärker in Richtung Izakaya und Streetfood Klassiker gehen. Eine schöne Mischung wäre:

  • Japanischer Kartoffelsalat
  • Gyoza
  • Takoyaki
  • Yakitori
  • Karaage
  • Korokke

Damit hast du einen richtig üppigen Tisch mit vielen bekannten japanischen Snacks. Damit es nicht zu schwer wird, würde ich zusätzlich noch etwas Frisches wie Sunomono oder Edamame dazustellen. Du musst dann auch nicht von allen warmen Gerichten riesige Mengen zubereiten, lieber kleinere Portionen, sodass jeder von allem probieren kann.

(d) Vegetarische Otsumami kombinieren

Auch ein komplett vegetarischer Otsumami Abend ist problemlos möglich. Gute Kandidaten aus unserer Auswahl sind: Edamame, Hiyayakko, Horenso no Gomaae, Kyuri no Sunomono, Tamagoyaki, Agedashi Tofu und vegetarisch gefüllte Gyoza oder Korokke.

Bei Zutaten wie Dashi oder Katsuobushi solltest du allerdings darauf achten, dass klassische Varianten Fisch enthalten können. Für eine vegetarische Version kannst du beispielsweise Kombu Dashi verwenden und Bonitoflocken durch Nori, Sesam oder andere Toppings ersetzen.

Tipp: Lieber nach und nach servieren

Du musst nicht alles gleichzeitig auf den Tisch bringen. Beginne mit den kalten Gerichten und Edamame, während du noch die warmen Otsumami zubereitest. Danach können Gyoza, Yakitori oder Karaage nach und nach dazukommen. Gerade dadurch entsteht viel eher das Gefühl eines gemütlichen Izakaya Abends: Man sitzt länger zusammen, probiert immer wieder etwas Neues und der Tisch verändert sich im Laufe des Abends.

Was trinkt man zu Otsumami?

Otsumami sind traditionell eng mit Getränken verbunden, aber es gibt nicht das eine Getränk, das immer dazu gehört. In Japan werden kleine Gerichte je nach Anlass mit Bier, Sake, Shochu, Highballs oder auch alkoholfreien Getränken kombiniert. Für zuhause würde ich das ganz entspannt sehen: Entscheidend ist weniger eine perfekte Pairing Regel als die Frage, was dir schmeckt und welche Aromen auf dem Tisch stehen.

Bier

Ein kühles Bier passt besonders gut zu herzhaften, salzigen und knusprigen Otsumami. Gerade Karaage, Gyoza, Yakitori, Takoyaki oder Korokke funktionieren dazu hervorragend. Die Kohlensäure und Frische des Biers bilden einen schönen Gegenpol zu frittierten oder kräftig gewürzten Speisen.

Auch Edamame sind ein echter Klassiker zum Bier. Nicht ohne Grund findest du diese Kombination in vielen Izakaya schon ganz am Anfang des Abends.

Sake

Sake funktioniert besonders schön mit feineren, umami-reichen Gerichten. Dazu gehören zum Beispiel Hiyayakko, Agedashi Tofu, Tamagoyaki oder Horenso no Gomaae.

Je nach Sake kann das natürlich sehr unterschiedlich ausfallen. Ein leichter, frischer Sake passt eher zu kalten und zurückhaltenden Gerichten, während kräftigere Varianten auch mit Yakitori oder herzhaften Tofu Gerichten gut harmonieren können.

Du musst daraus aber keine Wissenschaft machen. Für einen gemütlichen Abend reicht es völlig, einen Sake auszuwählen, den du gerne trinkst, und mehrere kleine Gerichte dazu zu servieren.

Highball

Der japanische Highball besteht klassisch aus Whisky und Soda und ist gerade in Izakaya sehr beliebt. Durch seine Frische und leichte Bitterkeit passt er besonders gut zu kräftigen, gebratenen oder frittierten Otsumami.

Ich würde ihn zum Beispiel mit Karaage, Yakitori, Takoyaki oder Korokke kombinieren. Auch Gyoza passen sehr gut dazu.

Shochu

Shochu ist eine japanische Spirituose, die unter anderem aus Gerste, Süßkartoffeln oder Reis hergestellt wird. Sie wird pur, auf Eis, mit Wasser oder Soda getrunken und kann dadurch sehr unterschiedlich wirken.

Zu kräftigeren Otsumami wie Yakitori, Gyoza oder Karaage funktioniert Shochu besonders gut. Je nach Sorte kann er aber auch zu milderen Gerichten passen.

Alkoholfreie Alternativen

Ein Otsumami Abend funktioniert selbstverständlich auch ohne Alkohol. Besonders gut passen:

  • grüner Tee oder Hojicha
  • alkoholfreies Bier
  • Mineralwasser mit Zitrone oder Yuzu
  • kalter Gerstentee
  • alkoholfreie Highball Varianten

Gerade zu salzigen oder frittierten Gerichten finde ich etwas Frisches und leicht Herbes besonders angenehm.

Welche Zutaten lohnen sich für Otsumami?

Wenn du häufiger japanische Otsumami zuhause zubereiten möchtest, brauchst du dafür keinen komplett neuen Vorratsschrank. Viele der wichtigsten Zutaten tauchen immer wieder auf und lassen sich für ganz unterschiedliche Gerichte verwenden. Gerade deshalb lohnt es sich, einige Basics dauerhaft zuhause zu haben.

Zu den wichtigsten gehören Sojasauce, Mirin, Reisessig, Dashi, Sesamöl und Sesam. Damit kannst du bereits Dressings für Sunomono oder Gomaae anrühren, Tofu würzen, Dips für Gyoza zubereiten oder verschiedene warme Gerichte abschmecken. Auch Panko ist praktisch, wenn du gerne knusprige Otsumami wie Korokke zubereitest.

Für typische Toppings und den unverwechselbaren Geschmack vieler Izakaya Gerichte kommen noch einige Spezialzutaten hinzu. Katsuobushi und Aonori brauchst du beispielsweise für Takoyaki und kannst sie ebenso für Okonomiyaki oder andere herzhafte Gerichte verwenden. Japanische Mayonnaise eignet sich nicht nur für Takoyaki, sondern auch für Poteto Sarada oder als Dip zu frittierten Snacks.

Diese Zutaten sind besonders vielseitig

Wenn du ganz neu in der japanischen Küche bist, würde ich mit einer kleinen Grundausstattung anfangen:

Mit diesen Zutaten kannst du bereits mehrere Otsumami aus diesem Beitrag zubereiten und sie auch für zahlreiche andere japanische Rezepte verwenden.

Ergänzen kannst du deinen Vorrat später nach und nach um Produkte wie Katsuobushi (im Shop ansehen), Aonori (im Shop ansehen), Ponzu oder spezielle Saucen. So musst du nicht für einen einzigen Otsumami Abend zehn neue Zutaten kaufen, sondern baust dir Schritt für Schritt eine kleine japanische Grundausstattung auf.

Frische Zutaten dürfen einfach bleiben

Bei den frischen Zutaten brauchst du meistens nichts Besonderes. Gurken, Spinat, Kartoffeln, Eier, Frühlingszwiebeln, Ingwer, Knoblauch, Tofu oder Hähnchen bekommst du problemlos im normalen Supermarkt. Genau das macht Otsumami so alltagstauglich: Die japanischen Grundzutaten sorgen für den typischen Geschmack, während der Rest oft sehr unkompliziert bleibt.

Wenn du mehrere Gerichte für einen Abend planst, lohnt es sich außerdem, Zutaten mehrfach zu verwenden. Frühlingszwiebeln passen zum Beispiel zu Hiyayakko, Agedashi Tofu und Gyoza. Sesam kannst du für Gomaae, Dips und Toppings einsetzen, und japanische Mayonnaise funktioniert sowohl im Kartoffelsalat als auch zu Takoyaki oder Karaage.

So wird aus mehreren kleinen Gerichten kein riesiger Einkauf, sondern ein ziemlich überschaubarer Otsumami Abend.

Fazit: Otsumami machen aus kleinen Gerichten einen ganzen Abend

Diese 12 Otsumami zeigen ziemlich gut, wie vielseitig die kleinen japanischen Gerichte sein können. Von Edamame und Hiyayakko über Gyoza und Agedashi Tofu bis hin zu Karaage, Yakitori oder Takoyaki reicht die Auswahl von ganz einfach bis etwas aufwendiger und genau diese Mischung macht einen Otsumami Abend so spannend.

Für mich liegt der Reiz vor allem darin, dass nicht ein einziges Gericht im Mittelpunkt steht. Stattdessen kommen mehrere kleine Teller auf den Tisch, jeder probiert von allem etwas und der Abend entwickelt sich ganz von selbst. Oft reichen schon drei oder vier verschiedene Otsumami, um daraus ein richtig schönes Essen mit Familie oder Freunden zu machen.

Du musst dabei auch nicht versuchen, alles perfekt aufeinander abzustimmen. Ein frischer Gurkensalat, etwas Tofu, knusprige Gyoza und ein Teller Yakitori ergeben bereits eine tolle Kombination. Beim nächsten Mal kannst du dann einfach andere Rezepte ausprobieren und dir nach und nach deinen eigenen Lieblingsmix zusammenstellen.

Mich würde natürlich interessieren: Welche Otsumami dürfen bei deinem japanischen Abend auf keinen Fall fehlen? Schreib es mir gerne in die Kommentare, ich freue mich immer über eure Lieblingskombinationen und Erfahrungen!

Wenn du noch weiter in die japanische Küche eintauchen möchtest, passen dazu besonders gut:

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