Dorayaki sind kleine japanische Pfannkuchen, die als Sandwich zusammengeklappt und in der Mitte mit einer süßen Masse – klassischerweise mit einer roten Bohnenpaste (Anko) – gefüllt werden. Bekannt wurde diese japanische Süßspeise in Deutschland durch den Film Kirschblüten und rote Bohnen – obwohl Doraemon den kleinen Snacks schon viele Jahre mehr hinterherjagt!

Dorayaki Titelbild

Außerdem ist es gar nicht schwer, diese japanischen Pancakes selbst herzustellen. Ein tolles Rezept für hausgemachte Dorayaki mit süßer Bohnenpaste, auf die auch Tokue und Sentaro aus dem Film Kirschblüten und rote Bohnen stolz wären, zeige ich dir später!

Doch erst einmal beweise ich dir, dass dir selbstgemachte Dorayaki am besten schmecken werden! Mit diesem Beitrag wirst du in 3 Schritten lernen, den Teig für Dorayaki selber zu machen, die Pfannkuchen zu braten und deine Lieblingsfüllung auszuwählen 😊


Was sind Dorayaki?

– Hintergrundwissen –

Es kann etwas dauern, bis traditionelle japanische Süßigkeiten – auch Wagashi genannt – unserem westlichen Geschmack zusagen. Oft bestehen sie zum Beispiel aus dem klebrig-zähen Mochi (fein gemahlener Reis) oder dem supersüßen Anko (süße Paste aus roten Adzukibohnen). Sie schmecken wirklich ganz anders als die uns in Europa bekannten Kuchen, Kekse und Süßigkeiten.

Aber es gibt eine Ausnahme: Das sind Dorayaki!

Dabei handelt es sich um kleine handflächengroße japanische Pancakes (oder Pfannkuchen) – davon zwei Stück, die übereinander wie ein Sandwich geklappt werden. In der Mitte beider Küchlein befindet sich eine individuelle Füllung, zum Beispiel klassischerweise rote Bohnenpaste (Anko) – aber dazu kommen wir gleich noch.

Dorayaki werden im Anschnitt gezeigt

Der erste Dorayaki bestand aus nur einem bestrichenen Pfannkuchen und wurde 1914 im Ueno Bezirk, Tokyo erfunden. Die Vorlage für den Dorayaki Pfannkuchenteig ist der in Japan sehr beliebte Rührkuchen Kasutera (Castella Kuchens), dessen Rezept vor einigen Jahrzehnten durch die Portugiesen nach Japan importiert wurde.

Nicht zu verwechseln sind Dorayaki übrigen mit Imagawayaki (wo die Füllung direkt im Backprozess integriert wird) und Taiyaki (einer ähnlichen Süßspeise in Fischform)!

Wirklich berühmt wurden die japanischen Pfannkuchen durch den Manga- und Animehelden Doraemon, der die kleinen Süßigkeiten sehr liebt. Es ist so süchtig nach ihnen, dass er während der vielen Folgen der Serie in jede Falle tappt, die einen Dorayaki verspricht 😊

Dorayaki mit Doraemon

Filmempfehlung: „Kirschblüten und rote Bohnen“

Es gibt wohl keine Worte, die besser beschreiben könnten, wo Dorayaki in Japan üblicherweise gekauft oder wie sie gegessen werden, als im Film „Kirschblüten und rote Bohnen“ von Naomi Kawase!

Der Trailer zum Film verrät nicht zu viel vom Inhalt und gibt dir trotzdem einen tollen Einblick in die Welt der Dorayaki:

Der Film lief im Jahr 2015 in einigen deutschen Kinos und erschien am 26. August 2016 auf DVD. Für alle Fans der japanischen Kultur und Küche ist „Kirschblüten und rote Bohnen“ basierend auf dem gleichnamigen Roman von Durian Sukegaw eine echte Bereicherung, mal ganz ohne Animation!

Ganz wie im Film gezeigt wird, werden Dorayaki gerne als kleiner Snack für zwischendurch oder unterwegs gegessen. An Imbissständen, die im Parks, Kaufhäusern oder belebten Straßen zu finden sind, werden die kleinen Pfannkuchen frisch gebacken und mit verschiedenen Füllung bestrichen.

Unbedingt Film ansehen und dazu Dorayaki nach dem hier vorgestellten gelingsicheren Rezept nachkochen!


Anleitung in 3 Schritten

– leckere Dorayaki mit Füllung selber machen –

Aufgrund ihrer sehr großen Beliebtheit gibt es die gefüllten, süßen Pfannkuchen in Japan an fast jeder Straßenecke (zum Beispiel in allen Convenience Stores) landesweit zu kaufen!

Hier in Deutschland gibt es diesen tollen Luxus natürlich nicht – daher heißt es: Selbst aktiv werden und japanische Dorayaki mit Füllung zuhause von Hand zubereiten!

Dorayaki werden auf Teller gelegt

Die nun folgende simple Anleitung zeigt dir, wie du in 3 schnellen Schritten deine eigenen Dorayaki selber machen kannst!

  1. Den Teig für Dorayaki herstellenzu Schritt 1 springen.
  2. Die Pfannkuchen richtig ausbackenzu Schritt 2 springen.
  3. Eine leckere Füllung auswählenzu Schritt 3 springen.

Im Anschluss daran folgt das zusammenfassende Dorayaki Grundrezept mit Anko-Füllung, das du nicht verpassen solltest!


Teig für Dorayaki herstellen.

– Schritt 1 –

Die Grundlage für jeden Dorayaki sind die rund ausgebackenen, leicht süßen und luftigen Pfannkuchen. In die Mitte eines fertigen Pfannkuchens wird anschließend die Füllung gestrichen und mit einem zweiten zusammengeklappt.

Ich möchte dir heute drei Teigvarianten für Dorayaki vorstellen:

Ein Teig aus 200g Mehl reicht für 8 Pfannkuchen bzw. 4 gefüllte Dorayaki.

Dorayakiko Mehlmischung

#1 Teig aus Weizenmehl

Es ist superleicht zu handhaben und die Dorayaki gelingen damit auch jedem Kocheinsteiger! Mir schmecken meine Pfannkuchen mit diesem Mehl sehr gut (genauso wie es Japan schmeckt), weshalb ich es gerne weiterempfehle 🙂

Du hast Lust, den Teig komplett selbst zu machen? Dann benötigst du für 4 fertige Dorayaki folgende Zutaten (im Grundrezept für Dorayaki hier im Beitrag findest du alles genau erklärt):

  • 140g Mehl (zum Beispiel Weizen)
  • 15g Stärkemehl
  • 5g Backpulver
  • 40g Zucker
  • 1 TL Honig

Hinzu kommen, genau wie bei der Mehlmischung oben, 140ml Milch und 1 Ei. Die Zutaten werden in zwei Schritten miteinander zu einem glatten Teig ohne Klümpchen verrührt und dann Kelle für Kelle einzeln in einer leicht eingeölten Pfanne von beiden Seiten gebacken.

Dorayaki Teig

Die genaue Schritt für Schritt-Anleitung findest du unten im vollständigen Dorayaki Rezept!

#2 Teig mit Sojamilch (vegan)

Eine tolle vegane Rezeptidee für Dorayaki habe ich hier für dich: Dabei ersetzt du im eben aufgeführten Rezept für einen Weizenmehlteig die Milch mit Sojamilch und fügst dem Teig 1 EL Ahornsirup zu – und das Ei und den Honig lässt du einfach weg. Das Ergebnis wird ein wenig weicher als „normale“ Dorayaki, aber es ist eine klasse vegane Alternative!


Die Pfannkuchen richtig ausbacken.

– Schritt 2 –

Zum Backen der kleinen Pfannkuchen benötigst du eine beschichtete Pfanne, etwas Küchenpapier und einen Pfannenwender. Dazu gibst du etwas geschmacksneutrales Öl (etwa 1 EL Raps- oder Sonnenblumenöl) in eine kalte Pfanne und verwischst es mit einem Stück Küchenpapier in der Pfanne, sodass ein ganz leichter Film entsteht.

Die Pfanne wird dann bei mittlerer Temperatur erwärmt und ein Teil des Teigs (ungefähr 1/8 des Teigs bei 200g Mehl) mit einer Kelle in die Pfanne gegeben.

Tipp: Den Teig von weiter oben in die Pfanne fließen lassen, dann wird der Pfannkuchen schon rund!

Teig mit einer Kelle von weit oben in die Pfanne fließen lassen

Den Pfannkuchen 2 Minuten lang, bis auf der Oberfläche viele kleine Blasen entstehen und die Ränder langsam trocken werden, backen.

Dorayaki in der Pfanne mit kleinen Blasen an der Oberfläche

Dann vorsichtig und mit so wenig wie möglich Schwung wenden (sonst zerfließt der Pfannkuchen und verliert seine schöne Form) und noch einmal 1 Minute lang backen. Den Pfannkuchen aus der Pfanne nehmen und auf einen Teller oder die saubere Arbeitsplatte legen. Mit einem feuchten Küchentuch abdecken, damit der Pfannkuchen elastisch, fluffig und saftig bleibt.

Dorayaki mit einem feuchten Handtuch abdecken

Solange fortfahren bis der Teig aufgebracht ist – der Teig aus 200g Mehl reicht für 8 Pfannkuchen bzw. 4 Dorayaki. Anschließend folgt das Füllen der Dorayaki:


Mit einer leckeren Füllung versehen.

– Schritt 3 –

Nachdem du nun erfahren hast, wie die Pfannkuchen für Dorayaki zubereitet werden, wollen wir uns den verschiedenen Varianten an Füllungen widmen! Beim Angebot unterschiedlicher Füllungen gibt es in Japan keine Grenzen – und auch in deiner Küche kannst du frei nach Lust und Laune entscheiden. Es ist großartig, wie versuchsfreudig Japaner sind, wenn es um diese Süßigkeiten geht – mache es ihnen einfach nach.

Die beliebtesten Füllungen für Dorayaki in Japan sind:

  • Anko (japanische rote Bohnenpaste) – der Klassiker: Azuki Dorayaki
  • Mochi (Klebreiskuchen zusammen mit Anko) – Mochi Dorayaki
  • Kastaniencreme (ganze Maronen zusammen mit Anko) – Kuri Dorayaki
  • Matchacreme (fein gemahlener grüner Tee in Mandelcreme) – Matcha Dorayaki
  • Vanillepuddingcreme (auch Custard Cream genannt) – Purin Dorayaki
  • Buttercreme mit Yuzu (japanische Citrusfrucht) – Yuzu Dorayaki

Azuki Dorayaki – mit süßer Adzukibohnenpaste (Anko)

Was ist eigentlich rote Bohnenpaste?

Die japanische rote Bohnenpaste, die auch als Adzukibohnenpaste oder Anko bezeichnet wird, ist eine süße, dunkelrote Paste aus gekochten (und wahlweise anschließend zerdrückten) Adzukibohnen. Die Süße erhält die Paste durch die Zugabe von sehr viel Zucker.

Adzukibohnen

Man unterscheidet bei Anko zwischen Tsubuan und Koshian: Tsubuan wird durch Kochen der ganzen Adzukibohnen und bleibt ansonsten unbehandelt. Daher sind im fertigen Anko noch ganze Bohnen enthalten, wodurch die Textur mehr Biss bekommt. Beim Koshian werden die gekochten Bohnen durch ein Sieb passiert und so die Bohnenhäutchen entfernt. Dadurch besitzt diese Sorte eine sehr glatte Textur und wird zum Beispiel bei Mochi, also traditionellen japanischen Süßwaren (Wagashi), verwendet.

Für Dorayaki ist jedoch die gröbere Adzukibohnenpaste Tsubuan sehr beliebt:

Selbstgemachtes Anko

Und wie du die leckere Füllung aus süßen roten Adzukibohnen (Anko) nach Tsubuan-Art selbst machen kannst, findest du hier im Rezept:

Du möchtest die süße rote Bohnenpaste lieber einkaufen? Dann empfehle ich dir für Dorayaki diese Sorte mit ganzen Adzukibohnen:


Grundrezept für Dorayaki mit Anko

– einfach, schnell & lecker –

Geschafft – jetzt hast du die 3 wesentlichen Schritte gelernt, um Dorayaki selber zu machen! Du weißt, wie man den Teig richtig herstellt, diesen richtig in der Pfanne backt und mit einer leckeren Füllung versiehst.

Dorayaki im Anschnitt

Nun folgt das (meiner Meinung nach) beste Grundrezept für superleckere Dorayaki, das ich immer für meine eigene Familie koche. Es ist eine schnelle und einfache Anleitung, die dich durch die hier gezeigten Schritte wie eine Zusammenfassung inklusive Bilder durchleitet. Viel Spaß und gutes Gelingen beim Mitkochen!

Dorayaki mit Anko

für 4 Stück | 20 Minuten | 326 kcal

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Dorayaki mit süßer Bohnenpaste als Füllung ist eine der beliebtesten Süßspeisen in Japan! Die Füllung wird dabei für die Dorayaki zwischen zwei Pfannkuchen gestrichen und ist super lecker. Dieses Rezept ist superlecker, ideal für unterwegs & fertig in 20 Minuten!


Zutaten (4 Stück)

1 Ei
140 ml Milch
1 EL Öl (zum Beispiel Rapsöl)
1 TL Honig

Mehlmischung für Dorayaki:
140 g Mehl (zum Beispiel Weizen)
15 g Stärkemehl
5 g Backpulver
40 g Zucker

Füllung:
200 g Anko (süße rote Bohnenpaste)


Zubereitung (20 Minuten)

Dorayaki mit Anko Zutaten

1. Schritt

Zutaten für die selbstgemachten Dorayaki mit süßer Anko-Füllung bereitlegen (zum Rezept für die selbstgemachte Anko-Füllung geht es hier lang).


Dorayaki mit Anko Schritt 2 Ei-Milch-Mischung herstellen

2. Schritt

Das Ei in eine größere Schüssel geben und die Milch sowie den Honig mit hinzugießen. Alles mit einem Schneebesen verrühren.


Dorayaki mit Anko Schritt 3 Teig verrühren

3. Schritt

Die einzelnen Zutaten für die selbstgemachte Mehlmischung in eine zweite Schüssel sieben, vermischen und zu der Ei-Milch-Mischung geben. Alles mit dem Schneebesen verrühren, bis ein gleichmäßiger Teig ohne Klümpchen entsteht.


Dorayaki mit Anko Schritt 4 Pfanne einölen

4. Schritt

Das Öl in eine beschichtete Pfanne geben und mit einem Stück Küchenpapier in der Pfanne verwischen, sodass ein ganz leichter Film entsteht.


Dorayaki mit Anko Schritt 5 Pfannkuchen braten

5. Schritt

Die Pfanne bei mittlerer Temperatur erwärmen und einen Teil des Teigs (ungefähr 1/8 des Teigs) mit einer Kelle in die Pfanne geben. Tipp: Den Teig von weiter oben in die Pfanne fließen lassen, dann wird der Pfannkuchen schon rund. Den Pfannkuchen 2 Minuten lang, bis auf der Oberfläche viele kleine Blasen entstehen und die Ränder langsam trocken werden, backen. Jetzt vorsichtig und mit wenige Schwung wenden und noch einmal 1 Minute lang backen. Den Pfannkuchen aus der Pfanne nehmen und auf einen Teller oder die saubere Arbeitsplatte legen. Mit einem feuchten Küchentuch abdecken. Solange fortfahren, bis der Teig aufgebracht ist – der Teig aus 200g Mehl reicht für 8 Pfannkuchen.


Dorayaki mit Anko Schritt 6 Zusammenklappen

6. Schritt

Einen der fertigen Pfannkuchen in die flache Hand legen und mit circa 50g Anko in der Mitte bestreichen. Mit einem zweiten Pfannkuchen bedecken und die Ränder leicht zusammendrücken. Mit allen Pfannkuchen so verfahren, bis 4 Dorayaki entstanden sind.


Dorayaki mit Anko Fertig

7. Schritt

Eingewickelt in Frischhaltefolie oder in einer luftdichten Aufbewahrungsbox blieben sie länger frisch und sind perfekt für einen Ausflug geeignet. Aber am besten schmecken sie ganz frisch aus der Pfanne. Fertig – Itadakimasu!


Die passenden Zutaten einkaufen:

Anko – süße Adzukibohnenpaste (von Imuraya kaufen)

Dorayaki mit Anko

Dorayaki einfrieren? Am besten frierst du die Pfannkuchen und die Füllung separat ein. Nach dem Auftauen kannst die Pancakes dann ganz einfach wieder bestreichen und alles zusammenklappen – wie frisch gemacht!


Zusammenfassung

Das solltest du unbedingt über Dorayaki wissen:

Dorayaki sind eine sehr beliebte Süßspeise aus Japan.

✎ Dabei werden zwei kleine Pfannkuchen als Sandwich zusammengeklappt und in der Mitte mit einer süßen Füllung gefüllt.

✎ Die beliebteste Füllung ist klassischerweise eine rote Adzukibohnenpaste (Anko).

Dorayaki werden sehr gerne als süßer Snack für unterwegs zubereitet!

Dorayaki komplett und aufgeschnitten

Hast du Lust auf noch mehr rund ums Thema Dorayaki? Dann geht es hier direkt weiter:


Zur Geschichte der Dorayaki.

– für Fortgeschrittene –

(Kapitel überspringen)

Schon aus der wörtlichen Übersetzung von „Dora-Yaki“ heraus lässt sich mit ganz viel Fantasie und einer großen Portion Glück die Entstehungsgeschichte gut zusammenreimen. Der Wortteil „Dora“ bedeutet so viel wie „Gong“. Laut Definition ist ein Gong eine kreisrunde Metallplatte, die senkrecht am Rand frei schwingend aufgehängt ist und durch ein Holzstück geschlagen wohlige Klänge hervorbringt. „Yaki“ wird wie auch bei den leckeren Okonomiyaki mit „Grillen“ oder „Braten“ übersetzt. Wie das Dora zum Yaki kam, erzählt die Legende des sagenumwobenen Kriegsmönchs Benkei.

Der vergessen Gong des Benkei

Stell dir einen über zwei Meter großen japanischen Kriegsmönch vor, der übernatürliche Körperkräfte besitzt und vor Loyalität strotzt. Dieser Krieger heißt Musashibo Benkei und war bereits zu seiner Geburt im Jahre 1155 übergroß. Die Legende erzählt, dass die Schwangerschaft seiner Mutter, die die Geburt nicht überlebte, 18 Monate andauerte. Wer der Vater war, konnte nie geklärt werden.

Das elternlose Kind war wild und keins der gütigen Klöster wollte es lang bei sich behalten. Schon früh wurde ihm aufgrund seines struppigen Haars und seiner langen Zähne der Name Oniwaka (Teufelsjunge) hinterhergerufen.

So kam es, dass sich der junge Benkei, den es seit jeher zu den Kampfkünsten hinzog, den Yamabushi anschloss. Der Orden lebte zurückgezogen in den Bergen, pflegte die traditionelle Kampfkunst und war an ihren schwarzen Mützen, die die Mitglieder trugen, zu erkennen.

Ein tapferer Krieger wird verraten

Der Legende nach war es die Aufgabe von Benkei die Gojo-Brücke in Kyōto zu bewachen. Jedem, der die Brücke überqueren wollte, nahm er die Waffe ab. Nachdem er 999 Schwerter gesammelt hatte, wurde Benkei in seinem eintausendsten Zweikampf von Minamoto no Yoshitsune, der Überlieferungen zufolge seine Künste bei beim Dämon Tengu erlernt hatte, besiegt.

Dorayaki Geschichte Musashibo Benkei
Der Held der Dorayaki Geschichte Musashibō Benkei. Quelle: Ashley Van Haeften

Benkei überwand den Zorn über seine Niederlange sehr schnell, stattdessen wuchs der Wunsch in ihm, Yoshitsune ewige Treue zu schwören. Von da an begleitete er Yoshitsune als treuer Gefolgsmann und kämpfe mit ihm im Gempei-Krieg gegen den Taira-Klan. Doch sie wurden verraten und besiegt. Yoshitsunes älterer Bruder Yoritomo wandte sich gegen ihn und Benkei und Yoshitsune waren von diesem Tag an Gesetzlose.

Kurz bevor beide im Schloss von Takadachi eingekreist und von Pfeilen durchbohrt wurden, verlor Benkei – wohl eher unabsichtlich – seinen einfachen Gong in einem Bauernhaus, in dem er sich vor dem Feind versteckt hielt. Benkei floh und fand den Tod, aber der Bauer bemerkte den Gong (Dora) und behielt ihn.

Was den tapferen Benkei angeht, so wurde er zu einem der beliebtesten Kämpfer der japanischen Geschichte, wobei sich heute Fiktion und Fakten in seiner Biographie nur schwer trennen lassen. Der unscheinbare Bauer übt aber keineswegs weniger Einfluss auf die japanische Kultur aus! Er gebrauchte das gefundene Instrument nämlich für ganz andere Zwecke – und zwar zum Braten!

Genauer gesagt nutzte er die für ihn so praktische runde Form des Gongs und buk darin – wie wir heute sagen würden – Pancakes aus! Doch nannte er sie nicht Pancake (was für ein Quatsch…) sondern Dorayaki – „im Gong gebraten“.

Ursprünglich (bis ins 19. Jahrhundert hinein) waren Dorayaki einschichtet. Der ausgebackene Teig wurden nicht zusammengeklappt (wie bei einem Sandwich), sondern zusammengefaltet (wie bei einem Omelett).

Der Teig der Südbarbaren

Um die Herkunft des Dorayakiteigs zu verstehen, gehen wir in die sogenannte Epoche des Nanban-Handels zurück. Nanban bedeutet so viel wie Südbarbaren und wurde in Japan von der traditionellen Denkweise der Chinesen übernommen, für die alle südlich der chinesischen Grenze gelegenen Länder die Barbarenwelt war.

Die Zeit des Nanban-Handels beginnt mit der Ankunft der ersten Portugiesen und Spaniern in Japan im Jahre 1543 und endet mit deren Vertreibung im Jahre 1639. In den Städten Nagasaki und Hirado der Insel Kyushu legten in diesen Jahren die meisten Schiffe an, wodurch dort die Wirkung der ausländischen Einflüsse am größten war.

Ihr Einfluss erstreckte sich nicht nur auf Fragen der Politik und Religion, sondern auch auf die Japanische Küche. Heute wird in Nanban Ryori (herzhafte Küche aus dem Ausland) und Nanban Gashi (Süßwaren aus dem Ausland) unterschieden.

Der Einfluss der Portugiesen auf die Japanische Küche

Eine Vielzahl an Rezepten hat bis heute in der japanischen Speisung überlebt, auch wenn sie dem Geschmack oder durch Problemen in der Verfügbarkeit von Zutaten angepasst wurden. Zum Beispiel werden einige Gerichte, die eigentlich mit Weizenmehl hergestellt werden, heute mit Reismehl zubereitet. Genauso wird als Triebmittel im Brotteig keine Hefe sondern Amazake verwendet. Amazake ist ein sehr süßer Sake aus fermentiertem Reis, der durch seinen natürlich enthaltenen Pilz zum Brotbacken verwendet wird.

Eins der bekanntesten japanischen Gerichte mit portugiesischem Hintergrund ist Tempura, was zum Beispiel gerne als Beilage zur Udon Nudel-Suppe gegessen wird. Tempura sind leicht panierte und anschließend knusprig frittierte Meeresfrüchte und Gemüse.

Ganz im Gegenteil zu den Neuerungen der herzhaften Küche, was die bis dahin in Japan unbekannten Zutaten Fleisch (Ja, Japaner aßen damals aufgrund des Buddhismus kein Fleisch), Öl und Gewürze einschließt, stießen die mitgebrachten Süßwaren auf größere Beliebtheit. Die Zubereitung konnte einfach besser in die bekannten Abläufe integriert werden als zum Beispiel fleischhaltige Mahlzeiten.

So entstand etwa der bis heute in Japan sehr beliebte Rührkuchen Kasutera als Nachahmung des in Portugal beheimaten Castellakuchens. Ursprünglich war auch Kasutera eine Spezialität aus Nagasaki, der Kuchen, der heute gerne zum Tee gegessen wird, verbreitete sich aber nach und nach über ganz Japan.

Der gleiche Teig, der die Grundlage für Kasutera bildet, wird auch für die Herstellung der Dorayaki-Pfannkuchen verwendet. Die wichtigsten Grundzutaten sind Mehl, Zucker, Eier und Milch. Genau deswegen, können wir uns so leicht für die leckeren Dorayaki begeistern: Der Teig ist unseren Kuchen und Keksen einfach sehr ähnlich.

Was aber Dorayaki vom Kasutera unterscheidet ist nicht unbedingt die Form, sondern vielmehr die Füllung der Dorayaki – eine süße Paste hergestellt aus roten Bohnen – aber das weißt du ja bereits 😉

Und nun wünsche ich dir viel Spaß und guten Hunger beim Nachkochen der Dorayaki!

Dorayaki Titelbild

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9 Kommentare zu „Dorayaki – finde die leckerste Füllung für 2020“

  1. Ein tolles Rezept, das ich gerne ausprobiert habe. Es hat super geklappt und geschmeckt hat es nicht nur mir sondern der ganzen Familie. 🙂 Dieses Rezept verdient einen Platz in unserem Familien Kochbuch.

    Lg Mona

    1. LIeber Manfred,

      vielen Dank für dein Kommentar und dein Lob. Ich hoffe, dass dir die Dorayaki so gut schmecken werden wie mir 🙂

      Beste Grüße

      Elisa

    1. Liebe Nadine,

      das ist ja furchtbar! Wie schade, dass das Rezept nicht geklappt hat… Darf ich fragen, was für eine Pfanne du verwendet hast? Es ist wichtig, eine beschichtete Pfanne zu verwenden, da nur wenig Fett zum Braten der Dorayaki zum Einsatz kommt. Oder hast du eine andere Vermutung, woran es gelegen hat?

      Ich hoffe, dass du trotzdem wieder Dorayaki zubereiten wirst.

      Viele Grüße,

      Elisa.

  2. Super! Hat auf Anhieb geklappt und ich habe jetzt endlich einen würdigen Rahmen für die in Japan geschenkt bekommene Kastaniencreme gefunden :-D. Das Anko köchelt noch…
    Danke für das tolle und einfache Rezept!

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