Miso-Paste – Grundzutat für leckere Suppen

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Ein Japan ohne Miso ist nicht vorstellbar. Die aus Sojabohnen fermentierte Paste ist eins der weltweit bekanntesten Zutaten der Japanischen Küche. Miso ist sehr flexibel und vielfältig einsetzbar: Es werden herzhafte wie auch süße Speisen damit zubereitet, als Gewürz, Marinade oder Dip. Mit heißem Wasser ist Miso in ein paar Augenblicken ein eigenständiges Gericht. Alles rund um die einfache Paste, die in Japan schon zum Frühstück als Miso-Suppe gegessen wird, findest du in diesem Beitrag.

Was dich hier erwartet:

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Quelle: I Believe I Can Fry

Eine Geschichte mit vielen Windungen

Die Ursprünge von Miso sind – wie bei vielen anderen japanischen Lebensmitteln – nicht klar definierbar, aber es scheint gesichert, dass die Paste entweder aus Korea oder China nach Japan kam. Manche Historiker datieren dies auf die Zeit kurz vor der Einführung des Buddhismus in Japan, also in den Jahre zwischen 540 und 552.

Vermutlich wurde das später in Japan hergestellte Miso auf Grundlage der in Korea üblichen Technik Miso-Dama geschaffen. Dabei werden die gekochten Sojabohnen zerstampft, zu Bällen geformt und mit „wilden“ Pilzsporen des Koji umhüllt. Zusammen mit Salz und Wasser fermentierten die Bälle anschließen in Tonkrügen zu verschiedenen Miso-Varianten.

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Quelle: Cozymax

Der zweite Erklärungsansatz zu den Ursprünge der Miso-Paste beruht darauf, dass das Produkt aus China nach Japan gelangte und dort zu Beginn bei den Edelleuten Japans auf Akzeptanz und Zuspruch stieß. Aber keine der Theorie kann final bestätigt werden.

Heute gilt der Nordwesten als die Miso-Hochburg Japans, dort ist der Pro-Kopf-Verbrauch am höchsten und die Tradition des hausgemachten Miso wird immer noch zelebriert. Auch archäologische Funde bestätigen, dass genau in dieser Region Japans als erstes (und noch vor Korea und China) Techniken zur Fermentation angewendet wurden. So gehen manche davon aus, dass die Ursprünge von Miso weder aus Korea noch China, sondern in Japan zu finden sind.

Erste Aufzeichnungen und Anpassungen

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen, die das Vorhandensein von Miso in Japan bestätigen, stammen aus der Nara Periode (710 – 784). Im Jahr 760 wurden Notizen, die sich auf fermentierte Lebensmittel beziehen, in einem Sammelband (Man’yoshu), das frühe japanische Lieder und Gedichte beinhaltet, hinterlassen. Wobei das ursprüngliche Miso eher dem heute bekannten Natto ähnelte.

Da sich der Geschmackssinn der Japaner schon früh von dem in China und auch Korea abwandte, entwickelten sie die fermentieren Lebensmittel weiter. Sie reduzierten bei der Herstellung und Zubereitung das verwendete Öl, die Gewürze und den Anteil an Fleisch. Die Lebensmittel wurden „einfacher“ und der Eigenschmack mehr in den Vordergrund gerückt. Für die Herstellung der Miso-Paste nutzen sie weniger Sojabohnen und glichen diesen Anteil zunehmend mit Reis oder Gerste aus.

Die Veränderung wurde spätestens in der Heian Periode (794 – 1160) auch sprachlich deutlich: Gemäß eines Geschichtsbuches, das zwischen 901 und 908 verfasst wurde, verwandelte sich die Schreibweise und Aussprache des Wortes vom chinesischen Vorfahr in Miso. „Mi“ bedeutet soviel wie Geschmack und der Wortteil „so“ kann mit Salz in Verbindung gebracht werden.

Im größeren Kontext gesehen kann dieser Wandel mit einer weitgreifenden gesellschaftlichen und kulturellen Umorientierung verbunden werden. Im Jahre 894 begann Japan jeglichen Kontakt mit der Außenwelt einzustellen und trat so eine langanhaltende Periode der kulturellen Umgestaltung, weg von den chinesischen Wurzeln, los. In dieser Zeit wurden zum Beispiel die heute gebräuchlichen Schreibstile Hiragana und Katagana entwickelt, die im 10. Jahrhundert fertig gestellt wurden. Die Umbenennung von Miso war demzufolge nur ein kleiner Teil eines viel umfangreicheren Neuordnung.

Miso wird zur beliebten Würzung

Aufzeichnungen aus dem Jahr 980 zeigen, dass Miso neben der täglichen Speisung des kaiserlichen Hofstaats auch von Mönchen verzehrt wurde: vor allem in gemischten Salaten, Brühen und Suppen. Die Verwendung als vielfältige Würzung wurde immer beliebter.

In der Mitte des 10. Jahrhunderts verbreitete sich die Technik der Miso-Herstellung ausgehend von der Hauptstadt in die ländlichen Regionen. Die noch heute bekannten Sorten Shigamiso und Hidamiso wurden in dieser Zeit entwickelt.

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Quelle: Scarper Montgomery

Zuzeiten der Kamakura Periode (1185 – 1333) ist der nächste große Meilenstein in der Geschichte von Miso zu finden: Die Miso-Suppe entstand als Teil des empfohlenen buddhistischen Lebensstils zur gesunden und ausgewogenen Ernährung. Als Hungersnöte das Land plagten und in Vorbereitung dessen wurde mehr und mehr Miso in Häuser (sowohl auf dem Land als auch in der Stadt) als Lebensretter eingelagert. Ein Sprichwort aus dieser Zeit besagt: „Alles ist in bester Ordnung, solange Miso vorhanden ist.“

Erst in der folgenden Muromachi Periode (1336 – 1568) wurde durch den Ausbruch von sozialen Missständen und Bürgerkriegen in Japan das große Potenzial von Miso als nahrhaftes Lebensmittel für die Versorgung der Krieger erkannt: Miso ist lange haltbar, es ist bezahlbar, enthält viele Nährstoffe und die Zubereitung als wärmende Suppe nimmt nur wenige Minuten in Anspruch. So veranlasste der Samurai Takeda Shingen seine Gefolgschaft und Bauern dazu, seine Ländereien mit Sojabohnen zu bepflanzen und sie zu Miso zu verarbeiten. Während des 16. Jahrhunderts entstanden erste Geschäfte, die die verschiedenen regionalen Miso-Pasten anboten. Weiterhin wurde zum Beispiel zu dieser Zeit süßer, weißer Miso und Hatchomiso (reiner Sojabohnen-Miso) entwickelt.

Gleichzeitig wurde die Paste zum einen für das einfache Volk verfügbar und zum anderen durch sinkende Preise erschwinglich. Die Zutat verlor ihren exklusiven Standard und wurde in viele Kochbücher aus dieser Zeit aufgenommen.

Schattenseiten internationaler Aufmerksamkeit

In der Edo und Tokugawa Periode (1603 – 1867) stieg der Verbrauch von Miso weiter an und trotzdem wehrten sich die vielen kleinen Miso-Hersteller sich in große Betriebe zusammenzuschließen. Auf der einen Seite war der Transport über lange Strecken beschwerlich, wodurch lokale Anbieter bestehen blieben, und auf der anderen Seite mochten die Japaner es lieber, ihr Miso selbst zu geringeren Kosten (im Vergleich zum Kauf) herzustellen und einzulagern.

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Quelle: Daniel Mennerich

Zu dieser Zeit erreichte das erste Mal die Miso-Paste Europa, zum Beispiel durch den deutschen Forscher Kämpfer, der zudem genaue Aufzeichnungen zur Produktion mitbrachte. Im Austausch revolutionierten europäische Forscher das Feld der Fermentation in Japan, indem sie wirkungsvolle Werkzeuge und Methoden einführten. Der erste messbare Fortschritt war im Jahr 1904 die Extraktion und Vervielfältigung des Koji-Organismus, der das sogenannte Starterferment für die Miso-Produktion darstellt.

Einen Rückschlag für die Weiterentwicklung stellen die Jahre des Zweiten Weltkriegs dar, wobei die Herstellung und der Verkauf stark reglementiert wurde. So wurden staatlich festgeschriebene Preise und Qualitäten festgelegt: Auf dem Markt waren ausschließlich die drei Sorten Reis-, Gersten- und Sojabohnen-Miso in den Qualitätsstufen exzellent und mittel anzubieten. Marken und jegliche Abweichungen von den Normen wurden verboten und bestraft. Der Verzehr der Paste geht seit dem stetig zurück, auch wenn der Export nach Amerika und Europa ansteigt.

Verzehr und Produktion heute

Zusätzlichen Einfluss darauf hat die (mehr oder weniger) plötzliche Anlehnung an die westliche Kultur, die sich bereits in der Vorkriegsjahren verbreitete. Nicht nur fassten westliche Gewohnheiten in der Ernährung (Verzehr von Fleisch, Zucker, Salz und weißem Brot) schnell Fuß, sondern auch die Mechanisierung (zum Beispiel wurde die Instant Miso-Suppe entwickelt).

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Quelle: FoodCraftLab

Mit der Modernisierung der Produktionsprozesse wurden die regionalen Hersteller und ihr traditionelles Miso stark verdrängt. Nur wenige sind ihren hölzernen Gefäßen und Werkzeugen treu geblieben, aber die, die die verdrehten Zeiten überdauern konnten, sind heute wieder stark nachgefragt.

Seit den 1970ern wird die Forderung nach authentischen Lebensmitteln wieder größer. Künstliche Konservierung, Bleichen und synthetische Zusätze sind heute das Gegenteil von erfolgreichen Verkaufsargumenten. Sogar hausgemachtes Miso von Familien ist wieder häufiger anzutreffen und die Paste ist ein täglicher Begleiter in der japanischen Ernährung.

Fermentation – Miso aus Sojabohnen

Der Prozess zur Herstellung von Miso-Paste reicht viele Jahrhunderte zurück und brachte nicht wenige verschiedene Varianten hervor, die sich durch ihren regionalen Bezug stark unterscheiden können. Die Herstellungsmethode ist schon immer – und egal wo in Japan – dieselbe.

Die zugrundeliegenden Prozessschritte sind nicht kompliziert, sie erfordern nur sehr viel Zeit. Miso-Paste kann mit Jogurt oder Käse verglichen werden, bei denen Bakterien zur Herstellung zugegeben werden. Für die typisch japanische Paste wird ein Pilz zu den zerstampften Sojabohnen gegeben, die dann über Monate fermentieren und reifen – um den Vorgang kurz zu fassen. Dabei steckt viel Finesse und Geschick hinter der Erzeugung!

Vorbereitungen

Ob in Japan, Amerika oder Europa – der schnellste Weg, um Miso-Paste zu besorgen, ist der Gang in den Supermarkt. Für die meisten Menschen ist die dort angebotene Ware auch völlig ausreichend, doch mehr und mehr von ihnen entscheiden sich dafür, ihr eigenes Miso zuhause selbst herzustellen. Wie die Produktion in kleinem Maßstab funktioniert, lernst du jetzt im Detail.

Für die Herstellung sind die notwendigen Zutaten Sojabohnen, Wasser, Salz und Reis-Koji (für den Hausgebrauch am besten getrocknet) unerlässlich. Koji – ein Mikroorganismus, der durch das Ausbringen eines Schimmelpilzes auf Reis hervorgeht – wird den gesamten Prozess bestimmen und unterm Strich die Arbeit vollständig übernehmen. Wie der Reis-Koji gewonnen wird, kannst du im Beitrag zu Mirin ganz einfach nachlesen.

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Quelle: FoodCraftLab

Zu Beginn werden die harten Sojabohnen in Wasser gelegt, wo sie sich über mehrere Stunden hinweg vollsaugen können und sich in weiche, flüssigkeitsgeladene Bohnen verwandeln. Anschließend werden sie in einem Dampfkochtopf so lange mitsamt des Wassers zum Aufsaugen gekocht, bis sie zur Gänze durchgekocht sind. Würdest du sie jetzt zwischen zwei Finger nehmen, würde sie einfach auseinander fallen.

Sobald sie in ein Sieb geschüttet werden, fließt das Kochwasser ab und wird für den späteren Einsatz aufgefangen. Gleich danach werden sie gründlich und zu einer homogenen Masse mit der Konsistenz von Püree zerstampft. Zu Hilfe kommt dabei eine Art Kartoffelpresse oder Küchenmaschine. Die Bohnenmasse wird auf 40°C abgekühlt.

Warten, warten und warten

Das Kochwasser wird jetzt gesalzen und gut unter den Bohnenbrei gemischt. Getrockneter Koji wird der Masse hinzugegeben und solange untergerührt bis alle Zutaten gleichmäßig verteilt sind.

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Quelle: FoodCraftLab

Anschließend kommt alles zusammen in ein spezielles Keramikgefäß, das mit Salz für die anstehende Fermentation ausgestreut wurde.

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Quelle: FoodCraftLab

Die Miso-Paste wird im gesamten Gefäß gut ausgestrichen und mit reichlich Salz bestreut, damit sich in der Zeit der Lagerung keine ungewünschten Pilze einnisten können. Deckel drauf und dann heißt es warten, warten und warten.

Am besten stehen die Keramiktöpfe in Räumen mit einer annähernd gleichbleibenden Temperatur von 20°C. Die Fermentation des Miso startet im Prinzip in dem Moment als der Deckel aufgesetzt wird und dauert circa sechs Monate an, dann kann die Paste gegessen und verarbeitet werden!

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Quelle: FoodCraftLab

Früher, als es keine Dampfkochtöpfe (sondern Töpfe über offenem Feuer) und keinen getrockneten Koji (sondern nur „wilde“ Sporen davon) gab, war die Herstellung um ein Vielfaches anspruchsvoller. Es wurde nur von wenigen bewerkstellig und galt als echte Kunst. In Zeiten der Mechanisierung und Automatisierung geriet dies viel zu oft in Vergessenheit.

Geschmacksrichtungen und Varianten

Der Geschmack, das Aroma, die Konsistenz und das Aussehen der vielen verschiedenen Miso-Pasten in Japan variieren je nach Region und Saison. Die weiteren Faktoren, die starken Einfluss auf das Ergebnis nehmen, sind unter anderem die Temperatur, die Dauer der Fermentation, der Salzgehalt, die Koji-Sorte und das Gefäß zur Lagerung.

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Quelle: Mukashi Mukashi Photography

Alle Pasten können in die drei großen Geschmacksrichtungen im Folgenden eingeteilt werden:

  • Shiromiso – weißer Miso
  • Akamiso – roter Miso
  • Awasemiso – gemischter Miso

Shiromiso – weißer Miso

Weiße Miso-Paste ist eine der bekanntesten Varianten in Japan und wird aus Sojabohnen, Gerste und einem großen Anteil an Reis hergestellt. Diese Sorte hat einen bestechenden süßlichen Geschmack und entsteht durch eine kürzere Fermentationsperiode als die anderen Pasten. Gerne wird weißer Miso in Kyoto und dessen Umgebung zum Beispiel für die Zubereitung von Zoni anlässlich des Neujahrsfestes benutzt.

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Quelle: FoodCraftLab

Akamiso – roter Miso

Eine weitere Sorte ist roter Miso, der ein besonders starkes Aroma besitzt und sehr salzig ist. Akamiso wird üblicherweise am längsten fermentiert und erhält genau dadurch seine markante dunkelrote Farbe. Oft anzutreffen ist diese Sorte in der östlichen Kanto Region, inklusive Tokio, als Grundlage für Suppen und Brühen.

Awasemiso – gemischter Miso

Eine Mischung aus verschiedenen Miso-Typen wird Awasemiso oder auch Shougoumiso genannt. Der Zusammenstellung sind keine Grenzen gesetzt. Manche spezialisierte Geschäfte in Japan stellen dir auch aufgrund deiner Persönlichkeit deine eigene Miso-Paste zusammen, die zum Beispiel besonders mild oder salzig sein kann.

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Quelle: Fooding Around

Weiterhin können die Pasten auch aufgrund der Grundzutat mit dem höchsten Anteil kategorisiert werden:

  • Komemiso – Reis-Miso
  • Mugimiso – Gersten-Miso
  • Mamemiso – Sojabohnen-Miso

Komemiso – Reis-Miso

Miso mit der Hauptzutat Reis kann die Farbvarianten gelb, gelb-weiß und rot annehmen. Weißlicher Komemiso wird neben dem Reis aus gekochten Sojabohnen hergestellt und rötlicher dagegen mit gedämpften Bohnen. Im Osten Japans sowie in den Hokuriku und Kinki Regionen wird Komemiso gerne gegessen.

Mugimiso – Gersten-Miso

Diese Sorte ist weiß, besonders scharf und hat ein ganz eigenes Aroma. Mugimiso wird aus Gerste hergestellt und vor allem in Kyushu sowie den Gebieten von West-Chugoku und Shikoku produziert.

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Quelle: Alpha

Mamemiso – Sojabohnen-Miso

Mamemiso wird in Japan als besonders exzellent im Geschmack empfunden. Dieser Typ ist herzhaft und weniger süß als andere Sorten. Durch die lange Fermentation der Sojabohnen-Masse hat dieser Miso ein dunkelbraune Farbe und entspricht am besten der in Japan anzutreffenden „fünften“ Geschmacksrichtung Umami. Hauptsächlich in den Präfekturen Aichi, Gifu und Mie ist Mamemiso anzutreffen. Getreidefreie Miso-Pasten, also die, die aus 100 Prozent Sojabohnen bestehen, werden als Hatchomiso bezeichnet.

Darüber hinaus werden mittlerweile aus allen möglichen verarbeitbaren Zutaten Miso-Pasten hergestellt, nicht nur um auf die immer häufiger auftretenden Lebensmittelunverträglichkeiten einzugehen: zum Beispiel aus Erbsen, Adzukibohnen, Mais, Amaranth und Quinoa.

Miso kaufen und richtig aufbewahren

Miso wird bei weitem nicht nur in Japan gerne verwendet und angeboten – nein, heute ist es in vielen Küchen weltweit zuhause. Und es sollte auch bei dir nicht fehlen. Wie du im folgenden Abschnitt lernen wirst, ist es sehr vielfältig einsetzbar.

Am besten suchst du in Deutschland in speziellen Supermärkten nach Miso-Paste, zum Beispiel wird in Bio-Läden heute oft die Paste angeboten. Aber auch die meisten Asia-Supermärkte führen Miso, sogar in verschiedenen Ausführungen. Da Miso ein Frischprodukt ist, findest du es (hoffentlich) in der Kühlabteilung. Für 400 Gramm musst du ungefähr 2,25 Euro einrechnen.

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Quelle: 1mal1japan

Achte beim Kauf unbedingt auf die Sorte, die du am ehesten (falls du keine Japanisch-Kenntnisse hast) anhand der Farbe erkennen kannst. Dunkel bedeutet, dass diese Variante besonders intensiv ist; ist die Paste eher heller, ist sie milder und auch für leichte Suppen geeignet.

Da du in Deutschland ziemlich sicher nur vorverpackten Miso erhältst, stellt sich nicht Frage, in welchem Behälter du es aufbewahren solltest. Verschließe die angerissene Packung wieder und bewahre sie im Kühlschrank auf. Solltest du doch mal an „losen“ Miso herankommen, dann verstaue diesen in einem wiederverschließbaren Behälter, den du vorher mit etwas Salz ausstreust. So ist die Paste bis zu einem Jahr haltbar. Weiterhin kannst du Miso auch problemlos portionsweise einfrieren.

Miso gilt in Japan außerdem als sehr gesund (Hinweis: Achte dafür beim Kauf auch auf den Hinweis „GMO-free“). Die Paste enthält viele Proteine und Enzyme, die bei der traditionellen Herstellung neben Milchsäurebakterien gebildet werden. Diese wirken sich positiv auf die Verdauung aus. 100 Gramm Miso-Paste enthalten ungefähr 180 Kilokalorien.

Achtung bei Unverträglichkeiten: Miso wird aus Sojabohnen und anderen allergieauslösenden Lebensmitteln hergestellt.

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Quelle: Dom Pates

Eintausendundeine Verwendungsmöglichkeiten

Gleich zu Beginn der wichtigste Hinweis zur Verwendung: Da es sich bei der Paste (durch die verwendeten Mikroorganismen) um ein „lebendes“ Lebensmittel handelt, kannst du sie töten – JA! Du tötest alles Gute darin durch zu langes Kochen. Am besten wird Miso nie richtig gekocht, sondern erst hinzu gegeben, wenn zum Beispiel die Suppe kurz davor ist, vom Herd genommen zu werden.

Ob herzhafte oder auch süße Gerichte, macht bei der Verwendung keinen Unterschied. Alles ist möglich. Um dir ein paar Anregungen zu geben, folgt eine kleine Liste an Möglichkeiten, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt:

  • Als geschmackgebende Zutat in Suppen und suppenähnlichen Gerichten wie Ramen oder Udon.
  • Sandwichs mit Miso als Aufstrich und einer aufgeschnittenen Avocado obendrauf solltest du unbedingt mal ausprobieren.
  • Marinaden für Fleisch-, Fisch und Geflügelgerichte mit Miso sind mal kreative Lösungen.
  • Als Dressing, zusammen mit Olivenöl, Knoblauch und Ingwer für Salate.
  • Gemüse wie Möhren oder Sellerie als Fingerfood leicht in Miso zu dippen, könnte der Hit auf einer Party werden.
  • Miso-Suppe: Diese gibt es in Japan eigentlich zu jeder Tageszeit: morgens, mittags und abends und auch zwischendurch. Als vollständiges Gericht wird sie zusammen mit einer Schüssel Reis gereicht.
  • Wenn Mochi mit Miso – auch Yakimochi genannt – umhüllt wird und dann auf dem Grill schmort, kommt zwar keine Süßigkeit bei raus, aber die Kombination aus leichter Süße und Herzhaftigkeit ist wirklich lecker.
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Quelle: yoppy

Rezept: Schnelle und leckere Miso-Suppe

Die wohl bekannteste Verwendungsmöglichkeit ist die Miso-Suppe. Da es viele unterschiedliche Instant Suppen in Supermarkt zu kaufen gibt, könntest du annehmen, dass die Zubereitung sehr lange dauert. Aber das entspricht überhaupt nicht der Wahrheit – sie ist sehr leicht und schnell zubereitet. Mit allen Vorbereitungen nimmt sie allerhöchstens 15 Minuten in Anspruch.

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Miso-Suppe

Miso-Suppe
Stimmen: 3
Bewertung: 5
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Vorbereitung 5 Minuten
Kochzeit 10 Minuten
Kalorien p.P. 99kcal
Portionen
4 Portionen
Vorbereitung 5 Minuten
Kochzeit 10 Minuten
Kalorien p.P. 99kcal
Portionen
4 Portionen
Miso-Suppe
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Zutaten

Zubereitung

  1. Zu Beginn die Zutaten für die Miso-Suppe prüfen.
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  2. Die Dashi-Brühe in einem Topf aufkochen. Währenddessen den Tofu in 1 Zentimeter große Würfel schneiden und mit in den Topf geben. Die Hitze auf die kleinste Stufe reduzieren.
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  3. Mit einem feinen Sieb die Miso-Paste in der Brühe auflösen: Dazu das Sieb auf den Topfrand legen, die Paste hineingeben und in die durchdringende Flüssigkeit rühren. So wird der empfindliche Tofu nicht verletzt. Darauf achten, dass die Brühe nicht mehr aufzukochen!
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  4. Zum Schluss die vorher in Ringe geschnittenen grünen Zwiebeln in den Topf geben und den Herd abstellen.
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  5. Die fertige Miso-Suppe wird in kleineren Schüsseln serviert. Fertig - Itadakimasu!
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* 1mal1japan.de ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Websites konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann. Für dich verändert sich der Preis nicht.

4 Kommentare zu „Miso-Paste – Grundzutat für leckere Suppen“

  1. Ich bin zwar erst kürzlich auf deine Website gestoßen, trotzdem war ich sofort begeistert. Auf deiner Website sind nicht nur leckere Rezepte zu finden sondern auch so viele interessante und informative Informationen und Zusatzwissen! Ich liebe es! 🙂

    1. Liebe Jan-chan,

      danke für dein liebenswürdiges Kommentar, das mich wirklich sehr freut. Ich hoffe, dir auch weiterhin viel Freude bereiten zu dürfen.

      Dankeschön und liebe Grüße

      Elisa

  2. Hallo Elisa,

    die letzten Tage habe ich mich auf der Suche nach japanischen Gerichten auf deine Seite verirrt und sofort sämtliche Rezepte ausgedruckt, damit ich sie mal ausprobieren kann 😀
    Ich bin von dieser Vielfalt wirklich mehr als begeistert und dein Tipp in obigem Rezept mit dem Sieb werde ich gleich morgen mal testen!
    Aber kurze Frage: Machst du keine Wakame in deine Suppe? Falls ja, hat das einen Grund?

    Vielen Dank schon mal!
    Liebe Grüße und einen guten Start in die Woche,

    Jana

    1. Liebe Jana,

      vielen Dank für deine Nachricht, die mich total freut 🙂 Ich wünsche dir auf jeden Fall schon einmal ganz viel Spaß beim Durchprobieren!
      Ich verwende keine Wakame, da ich (meiner Meinung nach) keine wirklich schöne Algen in Deutschland zu kaufen bekomme. Deswegen lasse ich sie lieber weg, bevor ich mir „irgendwas“ in die Suppe gebe – diese Erfahrung gebe ich ebenso an meine lieben Leser weiter 🙂

      Herzliche Grüße

      Elisa

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